Und nun noch nette Partner finden

Und nun noch nette Partner finden

Dudweiler. Mit der Gitarre auf den Knien stimmt die Musikpädagogin Margit Schillo die junge Truppe auf ihren Vortrag ein. Wer die Augen schließt, hört nicht nur diese eingängige Melodie und den denkwürdigen Text, der sich menschlichen Schicksalen widmet, sondern auch die Meeresbrandung, die eine Ocean Drum erzeugt. Es ist dies eine Rahmentrommel mit Hunderten von Metallkügelchen

Dudweiler. Mit der Gitarre auf den Knien stimmt die Musikpädagogin Margit Schillo die junge Truppe auf ihren Vortrag ein. Wer die Augen schließt, hört nicht nur diese eingängige Melodie und den denkwürdigen Text, der sich menschlichen Schicksalen widmet, sondern auch die Meeresbrandung, die eine Ocean Drum erzeugt. Es ist dies eine Rahmentrommel mit Hunderten von Metallkügelchen. Unterstützt wird der Vortrag zudem vom wundersamen Klang einer Udu Drum, die den Rhythmus untermauert. "Boat-People" heißt der Titel des Liedes, den heute die Gäste der Förderschule für geistige Entwicklung Winterbachsroth in Dudweiler mit ihrem Rektor Wolfgang Haupenthal zu hören bekommen. Christina (13), Ramadan (14), Romina, Aileen (beide 15), Lisa, Vincent, Steven (alle 16) sowie Lilith, Claudia und Dominik (alle 17) sind mit aller Hingabe bei der Sache, sie ziehen ihre Besucher in den Bann, indem sie vom Hoffen und Bangen der Bootsflüchtlinge singen, von ihren Träumen in einem freien, von Krieg und Verfolgung verschonten Land, das sie aufnimmt und beschützt. Am Ende gibt es ehrlichen, anerkennenden Applaus für eine hinreißende, eine gefühlvolle Darbietung mit Akteurinnen und Akteuren, die sich hörbar der Musik verschrieben haben.

Mit ihrem Können sind die Schülerinnen und Schüler aus Dudweiler schon vor zwei Jahren in Bremen aufgefallen. Bei der 16. bundesweiten Begegnung "Schulen musizieren" wurden sie vor großem Publikum mit dem zweiten Preis bedacht.

Damals hatte die Schüler-Formation noch einen anderen Namen, mittlerweile nennt sie sich "Die Tornados", nachdem einige Jungen und Mädchen mit Erreichen des 18. Lebensjahres die Einrichtung verlassen haben und neue Gesichter hinzugekommen sind. Der Namenswechsel tat der Begeisterung keinen Abbruch, nach wie vor versprüht die junge Band eine gute Portion Lebensfreude. Was auch Jonas (18) bestätigt. Der junge Mann, er spielt Klavier und Trompete, absolviert an der Schule gerade sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Mit den Schülern zu arbeiten, sagt er, "macht richtig Spaß". Dem Musikunterricht jeden Montag würden die Jungen und Mädchen entgegenfiebern. Dass die Presse nun auch mal im Unterricht zugegen war, das hatte einen besonderen Grund. Denn Willi Buchmann, der 1. Vorsitzende des Männerchores (MC) Herrensohr, Schriftführer Helmut Volz und Hauptkassierer Günter Paul brachten einen ansehnlichen Geldbetrag in Form eines Schecks vorbei. Mit dem Geld, so Margit Schillo, könnten ihre Schützlinge eine CD im Tonstudio einspielen, das sei das nächste große Ziel. Viele Lieder würden von und mit den Schülern erarbeitet, jeder dürfe seine besonderen Fähigkeiten ausleben. So singt eben der eine besser als der andere, der dafür viel Rhythmus-Gespür an den Tag legt.

Einen ganz großen Wunsch im Hinblick auf die Inklusion, also das gedeihliche Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Menschen, hegen die Schüler auch noch: dass sie ihre musikalischen Fähigkeiten einbringen in Vereinen, dass man sie zum Mitmachen einlädt und dass sie so in der Öffentlichkeit zeigen können, was sie draufhaben. Es ist, wie gesagt, eine ganze Menge.

Kontakt: Schule Winterbachsroth, Telefon (0 68 97) 95 20 900; E-Mail: SchuleWinterbachsroth@t-online.de

Mehr von Saarbrücker Zeitung