Notwendiges zum kleinen Preis

Saarlouis/Ensdorf. Ein vielseitiges Sortiment für Menschen mit kleinem Geldbeutel bietet `s-Kaufhaus, das Sozialkaufhaus des Diakonischen Werkes an der Saar. Alle Waren, die dort zum Verkauf stehen, wurden gespendet, angekauft wird grundsätzlich nichts. Auch SZ-Leserreporterin Gertrud Feid aus Ensdorf wollte dem Kaufhaus etwas spenden

Saarlouis/Ensdorf. Ein vielseitiges Sortiment für Menschen mit kleinem Geldbeutel bietet `s-Kaufhaus, das Sozialkaufhaus des Diakonischen Werkes an der Saar. Alle Waren, die dort zum Verkauf stehen, wurden gespendet, angekauft wird grundsätzlich nichts. Auch SZ-Leserreporterin Gertrud Feid aus Ensdorf wollte dem Kaufhaus etwas spenden. "Zwei neuwertige Sessel mit weichem Veloursbezug", erzählt sie. "Für den Wertstoffhof sind die zu schade."

Nicht alles wird genommen

Weil derzeit nur Fernsehsessel benötigt werden, nahmen die Mitarbeiter des Kaufhauses die Sessel aber nicht mit. "Das hat mich geärgert, weil ich meine Zeit investiert habe", sagt Feid. Auch ein Schlafzimmer-Überbau, den sie vor einigen Monaten spenden wollte, wurde nicht genommen.

`s-Kaufhaus-Verkaufsleiterin Heike Goebel räumt ein: "Am Telefon hätte der Kundin gesagt werden müssen, dass wir keine einzelnen Sessel nehmen." Weil das versäumt wurde, "haben wir das im Team noch mal durchgesprochen".

Ein Schlafzimmer-Überbau wird generell nicht angenommen, "weil die bedürftigen Kunden heute den Platz dafür nicht mehr haben".

Warum die Sessel nicht mitgenommen wurden? "Wir sind räumlich begrenzt", erklärt Goebel. Auf rund 600 Quadratmetern Verkaufsfläche bietet das Sozialkaufhaus seine Waren an, darunter Kleidung, Geschirr und Bücher.

Gut ein Drittel davon steht für die Möbel zur Verfügung: Von Wohn- und Schlafzimmer über die Küche bis zum Kinderzimmer. "Auf diesem Raum muss ich eine Vielfalt anbieten", sagt die Verkaufsleiterin, "ein ausgewogenes Mischungsverhältnis für verschiedene Zielgruppen".

Nachfrage entscheidet

Zudem kommt es wie in der freien Wirtschaft auf Angebot und Nachfrage an. Einzelne Sessel werden momentan kaum nachgefragt, dafür aber Couch-Garnituren und Fernsehsessel. Lässt sich ein Stück nicht verkaufen, wird nach ein paar Wochen der Preis reduziert. Kauft es dann immer noch niemand, wird es entsorgt. "Die letzten beiden Einzelsessel haben wir erst kürzlich zum Sperrmüll gegeben", erzählt Goebel.

Außerdem muss das Verhältnis in der Auswahl stimmen. "Wir müssen zum Beispiel darauf achten, dass nicht fünf Schränke in einer Woche reinkommen." So sind derzeit gleich drei Wohnzimmerschränke im Angebot. "Möchte jetzt jemand einen weiteren spenden, müssen wir ablehnen - nicht wegen der Qualität, sondern wegen dem Platz", macht Goebel deutlich. Eine Momentaufnahme - in ein paar Tagen kann das schon wieder anders aussehen.

"Im Zweifelsfall sollen die Kunden einfach anrufen", rät sie. "Was jetzt gerade nicht genommen wird, kann in drei Wochen schon wieder gebraucht werden."

Auf einen Blick

Wer Kleidung, Hausrat oder Möbel an `s-Kaufhaus spenden möchte, kann dies während der Öffnungszeiten tun. Größere Mengen sowie Möbel werden auch abgeholt. Für die Abholung sollte ein Zeitraum von etwa zwei Wochen eingerechnet werden. Möbelstücke mit einer Länge von über drei Metern können nicht abgeholt werden.

Öffnungszeiten: Montag 9 bis 16 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9 bis 18 Uhr, Freitag 9 bis 12 Uhr und jeden ersten Samstag im Monat 9 bis 12 Uhr.

Kontakt: Telefon (0 68 31) 4 69 93. ssch

Breites Angebot auf kleinem Raum: `s-kaufhaus-Verkaufsleiterin Heike Goebel in der Möbelabteilung des Sozialkaufhauses. Foto: Sascha Schmidt.

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