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Theater
„Ich liebe meinen Beruf“

Das Ensemble von „Bella Figura“ — ein Stück der besonderen Art für seine Akteure, wie Heio von Stetten (Zweiter von rechts) meint.
Das Ensemble von „Bella Figura“ — ein Stück der besonderen Art für seine Akteure, wie Heio von Stetten (Zweiter von rechts) meint. FOTO: Joachim Hitmann
St. Wendel . Schauspieler Heio von Stetten steht im Stück „Bella Figura“ im St. Wendeler Saalbau auf der Bühne. Von Melanie Mai

„Bella Figura“ heißt das  Stück von Yasmina Reza, das am Montag, 22. Januar, ab 19.30 Uhr im St. Wendeler Saalbau gezeigt wird. Die Veranstaltung ist Teil des Programms der Theatergemeinschaft St. Wendel. Mit von der Partie ist neben Doris Kunstmann auch der Schauspieler Heio von Stetten. Er spricht im SZ-Interview übers Essen, über Urlaub und das Saarland.



Herr von Stetten, der Begriff „Bella Figura“ ist doppeldeutig. Zum einen geht es darum, eine gute Figur zu machen. Die ganze Situation entsteht aber in einem Restaurant, beim Essen und Feiern. Wie feiern Sie persönlich am liebsten? Und was gehört zu einem guten Essen dazu?

Heio von Stetten: Mit den richtigen Menschen am Tisch ist ein Schnittlauchbrot und ein Glas Bier ein Fest, mit den falschen Leuten können Sie auffahren, was Sie wollen, der Abend wird ein Desaster.

Was erwartet die Theaterbesucher in St. Wendel? Machen Sie doch ein wenig Lust auf das Stück…..

von Stetten: Die Stücke von Yasmina Reza bieten ja immer ein Panoptikum an Figuren. In „Bella Figura“ beleuchtet sie mit viel Humor Schwierigkeiten in Paarbeziehungen, Probleme mit dem Älterwerden und die Tatsache, dass auch immer irgendwo eine Bananenschale rumliegt, auf der wir unversehens ausrutschen. Ein bisschen Screwball, ein bisschen Slapstick, wie im echten Leben halt.

Sie kommen nach St. Wendel. Gibt es irgendetwas, was Sie von der Stadt wissen?

Von Stetten: Nein.

Was verbinden Sie mit dem Saarland allgemein?

von Stetten: Na den Max-Ophüls-Preis natürlich, den renommiertesten deutschen Nachwuchs-Filmpreis.

Wird etwas Zeit bleiben, um sich die Region anzusehen? Oder ist der Tour-Plan zu eng gestrickt?

von Stetten: Nein, leider. Wir sind jeden Abend in einem anderen Theater.

Sie sind einem breiten Publikum vor allem dank des Fernsehens bekannt. Was macht den Reiz aus, mit diesem Theaterstück auf Tour zu gehen?

von Stetten: Als das Angebot kam, in „Bella Figura“ den Boris zu spielen, musste ich nicht lange überlegen. Yasmina Reza schreibt einfach gut. Das macht einen Riesenspaß, mit diesem Text auf die Bühne zu gehen.

Fernsehen oder Theater – wenn Sie sich entscheiden müssten, was wäre ihre Wahl?

von Stetten: Ich liebe meinen Beruf, ich bin froh, dass ich mich nicht entscheiden muss. Ich mache alles gern: Drehen, Theater, Lesungen, Synchron.

Schaut man sich ihre Fernseh-Rollen in Wikipedia an, so klingen die drei Letztgenannten sehr nach Urlaub: „Zwei Familien auf der Palme“, „Kreuzfahrt ins Glück“, „Ein Sommer auf Lanzarote“. Wie sieht für Sie der perfekte Urlaub aus? Und wann gönnen Sie sich nach all den Rollen einen Urlaub?

von Stetten: Urlaub lässt sich mit meinen Beschäftigungsverhältnissen kaum planen, wir improvisieren immer. Mein idealer Urlaub: am Meer, Wassertemperatur bei 26 Grad, Sandstrände, Palmen. Wahlweise in den Bergen über 2000 Meter, Schnee, Sonne, leere Pisten.

Letzte Frage: Ein „von“ im Namen – ist das Vor- oder Nachteil? Oder völlig egal?

von Stetten: Eher ein Nachteil. Es befeuert Vorurteile in jeder Richtung.

Die Fragen stellte Melanie Mai

Heio von Stetten: Schauspieler mit vielen Facetten.
Heio von Stetten: Schauspieler mit vielen Facetten. FOTO: Joachim Hitmann