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Mit Energie-Pfad in die Gemeinde locken

Fußball ist eine große Leidenschaft des Bürgermeister-Kandidaten Hans Peter Wack. Kein Wunder, dass der Rasenplatz in Steinberg-Deckenhardt zu seinem Lieblingsorten in der Gemeinde zählt. Foto: B&K
Fußball ist eine große Leidenschaft des Bürgermeister-Kandidaten Hans Peter Wack. Kein Wunder, dass der Rasenplatz in Steinberg-Deckenhardt zu seinem Lieblingsorten in der Gemeinde zählt. Foto: B&K FOTO: B&K
Steinberg-Deckenhardt. Ihn kennen die Oberthaler Bürger als Ortsvorsteher von Steinberg-Deckenhardt. Am Sonntag, 15. März, tritt Hans Peter Wack (SPD) nun als Bürgermeister-Kandidat gegen den Amtsinhaber an. Sollte er die Mehrheit erreichen und in Zukunft im Chefsessel des Rathauses Platz nehmen, möchte er die vier Ortsräte der Gemeinde stärken, und ihnen künftig ein jeweils eigenes Budget gewähren. Evelyn Schneider

Er ist immer gerne unterwegs - ob als Polizist, Ortsvorsteher von Steinberg-Deckenhardt oder als Fußball-Fan an der Seitenlinie des Rasenplatzes. Doch momentan muss Hans Peter Wack eine Zwangspause einlegen, sich schonen. Das fällt ihm zwar schwer, aber er weiß: "Die Gesundheit geht jetzt vor." Der Wahlkampf geht unterdessen weiter - ohne ihn. "Aber ich habe eine Top-Mannschaft bei der SPD ", so Wack.

Bürger miteinbeziehen


Vieles hat sich in den zurückliegenden Jahren in Oberthal verändert. Mit der Imweiler Wiese steht ein weiteres Großprojekt in den Startlöchern. "Es ist viel Geld nach Oberthal geflossen. Jetzt muss man auch an die anderen Ortseile denken", sagt der 50-Jährige. Der Bürgermeister-Kandidat ist sich bewusst, dass sich die Finanzlage in Zukunft nicht verbessern wird. Deshalb gehe es in den nächsten Jahren auch darum, das zu erhalten, was da ist. "Es müssen nicht immer die großen Projekte sein", betont Wack. "Oft sind die kleinen viel wichtiger." Außerdem setzt der Kommunalpolitiker auf die Ideen der Bürger . Die ließen sich häufig mit wenig Geld umsetzen. "Und wenn man die Leute begeistern kann, dann packen sie auch mit an." Als Ortsvorsteher von Steinberg-Deckenhardt habe er schon häufiger Projekte mit den Bürgern realisiert. So wurde zum Beispiel ein Jugendraum ans Sportheim angebaut, an dem die jungen Leute mit viel Eifer und Eigenleistung mitgewerkelt haben.

Geld für die Ortsräte

Sollte Wack Bürgermeister werden, möchte er jedem Ortsrat der Gemeinde ein Budget zugestehen. So könnten lange Wege der Bürokratie abgekürzt werden. Eine gute Idee müsste nicht durch mehrere Räte und Ausschüsse, sondern könnte zeitnah umgesetzt werden. Wack rechnet vor: Ein Grundbetrag von 1000 Euro soll jeder der vier Ortsräte erhalten. Hinzu käme noch ein Betrag X pro Einwohner. "Über die Höhe dieses Betrags müsste man sich unterhalten und sehen, was der Haushalt hergibt", so Wack.

Da Sparen ein wichtiges Thema ist, setzt der 50-jährige auf Zusammenarbeit. Beispielsweise könnten Kommunen in Sachen Bauhof kooperieren. Geräte könnten gemeinsam angeschafft werden. Wack ist die Eigenständigkeit Oberthals wichtig. Er sieht Vorteile im Kleinen. "Die Leute kennen sich. Das Miteinander klappt", so Wack.

Auch für Neubürger sei es leicht, Teil der Gemeinschaft zu werden. Nur ein Grund, der für die Gemeinde spreche. "In Oberthal gibt es alles, was man zum täglichen Leben braucht", so der Sozialdemokrat. Die Gemeindebuslinie bindet die anderen Ortsteile ans Oberthaler Zentrum an. Wohnraum für neue Bürger sei da. "Es gibt Leerstände, und es werden auch in Zukunft Häuser frei", sagt Wack. Problematisch sind die Baulücken, die in privaten Besitz sind. Hier liege potenzielles Bauland über Jahrzehnte brach. Was ein Neubaugebiet betrifft, so sei dies wohl ohne privatem Investor nicht mehr machbar. Das wolle er als Bürgermeister aber nochmals prüfen.

Stichwort Tourismus

Menschen in die Gemeinde Oberthal locken - das soll auch mit dem Erneuerbare-Energie-Pfad gelingen. Ein größeres Projekt, wie Wack sagt, das er gerne realisieren möchte. Die Stationen dieses Pfads sind bereits da: ein Solarpark, eine Biogas-Anlage, ein Wasserkraftwerk sowie der Windpark auf dem Leißberg. "Das möchte ich vermarkten", so Wack. Seine Ideen: Schautafeln errichten, wenn möglich Führungen von Ehrenamtlern anbieten. Teilweise ließen sich die Energie-Stationen mit einer Wanderung verbinden. "Für ein solches Projekt gibt es bestimmt Fördermittel aus der EU", sagt der 50-Jährige. Falls Wack auf dem Chefsessel des Oberthaler Rathauses Platz nimmt, soll es für die Mitarbeiter der Verwaltung wieder eine Personalvertretung geben. Es sei wichtig, dass ein Mitarbeiter zunächst mit dem Personalrat reden kann, ehe es zum Chef geht.

Bis zum entscheidenden Tag, der Bürgermeister-Wahl am 15. März, tankt Hans Peter Wack Kraft im Kreise der Familie, der Kinder und Enkelkinder. Wenn er fit ist, geht der Ortsvorsteher gerne wandern. Mit seinem aus sechs Männern bestehenden Wanderclub startet er jedes Jahr eine Wandertour. Seit 20 Jahren gibt es die Gemeinschaft bereits. Im Jubiläumsjahr soll es in Tannheimer Tal gehen. Dorthin, wo 1995 alles begann.

Eine große Leidenschaft ist auch der Fußball. Früher aktiv, später als Jugendtrainer oder Schiedsrichter war das runde Leder schon immer wichtiger Bestandteil im Leben des Polizisten. Inzwischen ist er hinter den Kulissen engagiert, grenzt jeden Sonntag den Platz ab, damit gespielt werden kann. Und während der Partie fiebert er an der Seitenlinie mit. Aber in Wacks Freizeit geht es nicht nur sportlich zu. Seit 2010 ist er Teil der Singgemeinschaft Seinberg-Deckenhardt/Gonnesweiler. Als zweiter Tenor genießt er es, nicht den Ton angeben zu müssen, sondern Teil der Gemeinschaft zu sein.

Wo sehen Sie die Stärken von Oberthal ?

Hans-Peter Wack: In den dörflichen Strukturen. Hier kennt jeder noch jeden, und gemeinsam geht vieles. Die besten Belege dafür findet man in den Vereinen und Verbänden.

Was würden Sie am liebsten jetzt direkt ändern?

Wack: Am liebsten würde ich sofort ein eigenes Budget für die Ortsräte einführen.

Was bedeutet Macht für Sie?

Wack: Prinzipiell nichts. Macht wird mir zu oft missbraucht; es ist für mich oft ein negativ besetzter Begriff. Positiv gewendet würde ich sagen, Macht als Gestaltungsmöglichkeit sollte für die Menschen eingesetzt werden.

Wo liegen Ihre Schwächen?

Wack:Ich nehme mir manche Dinge zu sehr zu Herzen.

Was würden Sie durchsetzen, wenn Sie einen Tag lang Bundeskanzler wären?

Wack: Ich würde eine Initiative starten, um Politik ehrlicher und verlässlicher zu machen. Dazu würde gehören, dass Politiker konkret auf Fragen antworten und nicht drum herum schwafeln. Da das aber nicht einmal der Bundeskanzler durchsetzen kann, würde ich nur mit gutem Beispiel vorangehen. Meine Ambitionen gehen aber nicht über die Orts- und Gemeindeebene hinaus. Ich werde also hier Klartext reden.

Welcher Politiker ist Ihr Vorbild?

Wack: Helmut Schmidt .

Mit welcher Filmfigur können Sie sich identifizieren? Und warum?

Wack: Ehrlich gesagt, mit gar keiner. Dafür habe ich zu oft das Gefühl, im falschen Film zu sein.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Wack: Einigkeit macht stark. Mir ist das Miteinander und die Harmonie in Familie, im Freundeskreis, in der Dorfgemeinschaft und im Beruf ein echtes Herzensanliegen und keine Wahlkampfphrase.

Welche Stärken haben Sie?

Wack: Ehrlichkeit, Verlässlichkeit.

Worüber können Sie lachen?

Wack: Ich lache gerne und über vieles, oft auch über mich selbst.

Was bringt Sie zur Weißglut?

Wack: Charakterlosigkeit, Verlogenheit.

Wenn Sie sich etwas von den Bürgern wünschen könnten (außer dass sie am 15. März zur Wahl gehen), was wäre das?

Wack: Dass sie Politik vor Ort als gemeinsame Gestaltungsaufgabe begreifen, die über den Tag hinausreicht.

Was schätzen Sie an Ihrem politischen Gegner?

Wack: Dass er zu jedem Anlass wirklich top gekleidet ist.

Zum Thema:

Zur Person Name: Hans Peter Wack Geburtsdatum: 15. März 1964 Geburtsort: St. Wendel Wohnort: Steinberg-Deckenhardt Familienstand: verheiratet Kinder: zwei Kinder, zwei Enkelkinder, eine Stieftochter Beruf: Polizeibeamter Parteizugehörigkeit: SPD Parteiämter: stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Steinberg-Deckenhardt evy