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Unsere Woche
Mit ganzem Herzen bei der Sache

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Ja, es gibt sie noch: Menschen, die sich nicht alles gefallen lassen. Die ihren Mund aufmachen, wenn ihnen etwas nicht passt. Die sich für das einsetzen, was ihnen wichtig ist. Von Sarah Konrad

Einer von ihnen ist Friedrich Ebert. Der SZ-Leser war kürzlich mit seinen gehbehinderten Freunden in St. Wendel unterwegs. Dabei ist ihm aufgefallen, dass der Bahnhof nicht wirklich barrierefrei ist. Zwar gebe es Rampen, doch die seien für Rollstuhlfahrer und Senioren mit Rollator viel zu steil. Obwohl Ebert selbst kein Handicap hat und die Treppen benutzen kann, hat er nicht weggesehen. Er schrieb einen Brief, in dem er auf die Situation aufmerksam machte. Und die Bahn dazu aufforderte, endlich einen Aufzug zu bauen.


Ganz andere Sorgen hat Martin Rausch. Der 83-Jährige wohnt in Eiweiler – und liebt seine Heimat. Vor allem die Landschaft, die Natur, die Wälder und Wiesen. Dass nun mitten in dieser Idylle ein Ferienhausgebiet mit mehr als 40 Häusern entstehen soll, ist ihm ein Dorn im Auge. Der ehemalige Naturschutzbeauftragte hat daher beschlossen, zu kämpfen. Er will den Bau der Anlage verhindern und so das Landschaftsbild, die Tiere und deren Lebensraum schützen.

Ein Großprojekt beschäftigt auch Andreas Kilian, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Bahn und Rad im Hochwald. Sie setzt sich für eine Doppelnutzung der stillgelegten Bahntrasse ein. Eine Draisinenbahn und ein neuer Radweg – das ist ihr Traum. Der Landkreis St. Wendel hingegen möchte die Gleise abmontieren und die Strecke lediglich als Radweg nutzen. Das will die BI nicht zulassen: 1300 Unterschriften hat sie daher bereits gesammelt. Denn für Kilian und all die anderen steht fest: Warum soll etwas abgerissen werden, wo es überhaupt nicht notwendig ist?



Es sind Geschichten von drei unterschiedlichen Menschen aus dem St. Wendeler Land. Die ganz verschiedene Ziele verfolgen. Aber vor allem eines gemeinsam haben: Sie sind mit ganzem Herzen bei der Sache. Und ob man ihre Ansichten nun teilt oder nicht: Für ihr Engagement und Durchhaltevermögen haben sie Respekt verdient.