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Gotteshaus soll in neuem Glanz erstrahlen

Gotteshaus soll in neuem Glanz erstrahlen

Die Renovierungsarbeiten in der Laurentiuskirche gehen voran – die Kirchengemeinde ist jedoch auf Spenden zur Finanzierung angewiesen. Auch während der Baumaßnahmen finden an Wochenenden Messen statt.

"Wir haben uns ganz klar dafür entschieden, auch während der Zeit der Restaurierung Gottesdienste in unserer Hülzweiler Kirche abzuhalten. Es ist das Haus Gottes, das sollte nicht so lange unbewohnt sein. Zudem sehen die Besucher so den Fortschritt der Arbeiten", erklärt Pfarrer Hans-Georg Müller. Während in der Woche in der gut 100 Jahre alten Laurentiuskirche seit Anfang Mai eifrig gearbeitet wird, finden an den Wochenenden Messen statt. "Diese Regelung hat uns vor eine der größten Herausforderungen gestellt", erläutert Calogero Cascino. Er ist der Architekt, der die umfangreiche Restaurierung des Hülzweiler Gotteshauses geplant hat und intensiv begleitet.

Die Einrüstung der Kirchenschiffe ist überaus imposant, in vier Etagen geht es bis unter die aufwendig bemalte Kirchendecke. Im Innenraum stehen die Bänke gut eingehüllt, zusätzlich mit einem Staubdach geschützt. Nur so lassen sich Arbeiten und Gottesdienste vereinbaren, sagt Cascino. Nach gut vier Monaten sind noch nicht alle Arbeiten erfasst, in vielen Bereichen gibt es mehrere denkbare Varianten, wie er erklärt, etwa im Bereich des Kreuzweges. Hier kommt Pastor Müller ins Schwärmen. "Ich habe im Gottesdienst den Leuten gezeigt, wie ansprechend die Stationen mit der ursprünglichen Fassung wirken", sagt Müller. Um diese sowie viele weitere kleinere und größere zusätzliche Arbeiten zu finanzieren, ist die Kirchengemeinde auf Spenden angewiesen.

Große Renovierung geplant

Ursprünglich, erläutert der Architekt, war er davon ausgegangen, den vor gut zwei Jahren entstandenen Brandschaden zu beseitigen. Ruß an den Wänden, dazu die Orgel, die generalüberholt werden musste, das waren die Aufgaben. Schließlich hat sich die Gemeinde in Absprache mit dem Bistum für die "große Variante", die Restaurierung des gesamten Innenraums entschieden. "Ohne die große finanzielle Unterstützung des Bistums wäre diese Maßnahme überhaupt nicht möglich", betont Müller. Genaue Zahlen zum Investitionsvolumen gibt es nicht, lediglich einen Kostenplan des Architekten. "Wir werden uns mit dem Verwaltungsrat zusammensetzen und entscheiden, in welchem Umfang wir an den verschieden Stellen restaurieren wollen", sagt Müller.

Außer Frage steht die Überarbeitung der Altäre, die bereits in den 1980er Jahren teilsaniert wurden, ebenso wird die Kanzel saniert. Auch die Wände erhalten einen neuen Anstrich, Schäden an Fenstern sowie im Putz werden behoben. Auch eine Überarbeitung der Elektrik ist im Kostenplan vorgesehen.

Figuren werden restauriert

Die Heiligenfiguren sind ausgelagert, werden von einer Restauratorin der Firma Mrziglod-Leiss aus Tholey aufgearbeitet. Bis spätestens Ostern 2015 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

"Wir hoffen natürlich auf viele Spenden, damit wir möglichst alle Arbeiten erledigen können", sagt Müller. Denn, da ist er sich sicher, was jetzt nicht gemacht wird, wird wohl auch in Zukunft so bleiben müssen.

Weitere Infos zur Restaurierung der Laurentiuskirche in Hülzweiler gibt es in den Pfarrbüros Elm und Schwalbach unter Telefon (0 68 34) 5 21 34, (0 68 34) 9 56 96 77 oder Telefon (0 68 34) 95 69 67.

Die Laurentiuskirche in Hülzweiler aus dem Jahr 1908.
Der Altarraum in der Laurentiuskirche ist eingerüstet. Auch hier wird umfangreich restauriert.
Sebastian Meier gibt der Decke in der Hülzweiler Kirche über dem rechten Außenschiff einen neuen Anstrich.

Zum Thema:

HintergrundDie heutige St.-Laurentiuskirche ist wohl das vierte Gotteshaus in der Geschichte der Hülzweiler Katholiken. Erstmals erwähnt wurde eine Kirche im Jahr 1618 , der Standort blieb unbekannt. Auch die Äbtissin zu Fraulautern, die 1725 eine neue Kirche bauen ließ, hielt an diesem Standort fest, ehe 1837 auf dem Gelände der heutigen Kirche gebaut wurde. Mit dem Bau der Laurentiuskirche in Hülzweiler wurde 1908 begonnen, am 20. Juni 1912 erfolgte die feierliche Einweihung durch den Weihbischof. Mit ihren drei Türmen und den drei Eingangsportalen sowie den drei Altären in Haupt- und Nebenschiffen überzeugt die neobarocke Kirche durch ihre Trinität. Sie ist für Hülzweiler ein wahres Kleinod. cim