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Digicamps
Digi-Camp führt in die Online-Welt

Lebach. „Immer online — nie mehr allein?“: 90 Schüler des Kepler-Gymnasiums Lebach nahmen an digitalem Workshop teil. Von Monika Kühn

Hasskommentare im Internet. Immer online. Wie entsteht ein Blogg? Wie arbeiten Hacker? Sicherheit und Respekt im Netz. Diese und viele andere Fragen standen im Mittelpunkt eines dreitägigen Digi-Camps unter dem Motto „Immer online – nie mehr allein?“ Insgesamt 90 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Johannes-Kepler-Gymnasiums Lebach nahmen daran teil.



Bei dieser Aktion sollen Schüler, Lehrern und Eltern in interaktiven Workshops den sicheren und gesunden Umgang mit digitalen Medien erlernen. Unterstützt werden sie von Medienpädagogen, Psychologen, Ernährungs- und Fitness­experten sowie Stars aus der Social-Media-Welt. Organisiert wurde das dreitägige Digi-Camp von der Barmer, dem Tüv Rheinland und BG 3000, einem Unternehmen, das digitale Projekte umsetzt.

Das JKG ist deutschlandweit die zweite Schule, die an dem Präventionsprojekt teilnimmt, das noch bis heute läuft. In verschiedenen Workshops bearbeiten die jungen Menschen unterschiedliche Themenfelder. „You Tube – Broadcast youself“, „Instagram & Snapchat“, „Bloggen, wie es dir gefällt“ und „Journalismus im digitalen Zeitalter“ sind Themenschwerpunkte.

Während die Neuntklässler in den einzelne Workshops fleißig ihre gestellten Themen bearbeiten, Bloggs schreiben oder Videos drehen, stellen stellvertretend für sie Franziska Bach, Julian Salm, Mira Stahl und Jakob Simon die einzelnen Workshops vor, die im Anschluss auch besucht wurden. Freizeitaktiviäten wurden da ins Netz gestellt, Videos über die verschiedenen Medien gedreht, alles verlinkt und der breiten Masse der Netzbesucher zur Verfügung gestellt.

Nicht nur ernste Themen werden behandelt, es gibt auch einiges zu lachen. Aber auch das Thema Suchtgefahr nimmt breiten Raum ein.



Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte zwar die Schirmherrschaft übernommen. Leider musste sie den Termin aber absagen. Ulli Meier, Staatssekretär im Finanz- und Europaministerium, vertrat sie. „Digitalisierung ist keine Modeerscheinung.“ Der Politiker weiß, dass die Politik ein wichtiger Partner bei der Digitalisierung ist. Moderator Stefan Krause von BG 3000 stellte anfangs das Präventionsprojekt vor. Die Digitalisierung werde immer schnelllebiger. Die Kultusministerien und die Schulen könnten in diesem rasanten Tempo nicht mehr schnell genug reagieren.

Mit dem Digi-Camp sollen die Jugendlichen fit für die neuen Medien gemacht werden, vor allem aber lernen, die Gefahren, die im Netz lauern, zu erkennen. Das Thema Suchtverhalten, soziale Kontakte und Essstörungen wurden nicht ausgespart. Die ersten Rückmeldungen nach dem zweiten Tag seien positiv gewesen, meinte Schulleiter Hans Herrmann. Simone Stein-Lück, Gründerin der BG 3000, sprach von neuen innovativen Wegen. Die Schüler lernen viel über Technik und wie sie „cool das Internet nutzen“ können.

Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, verwies darauf, dass die jungen Leute oft nicht wissen, welchen Gefahren sie sich im Digitalen aussetzen. Psychische Störungen, Schlafmangel und Isolation können Folgen sein.

Der Leiter in der Akademie von Tüv Rheinland, Dr. Stefan Poppelreuter, verwies auf Leitungssicherheit, Datenschutz und die Auswirkungen im Arbeitsleben.