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apropos
Fehlgriff in der Manteltasche

FOTO: Roby Lorenz / SZ
Einige kennen sicherlich den lustigen Einakter „Der Knopp im Opferkorw“. Der Küster ist dort über mehrer Sonntage damit beschäftigt, denjenigen dingfest zu machen, der immer wieder einen Knopf in den Klingelbeutel wirft. Das musste unsere Küsterin nicht tun. Ich habe mich freiwillig gemeldet. Von Monika Kühn

Das Opfergeld stecken sich viele bereits schon zu Hause in die Jacken- oder Hosentasche. Auch ich mache das meist so. Auf dem Weg zur Kirche löste sich ein Knopf meines Mantel. Sie lachen jetzt. Für mich nahm jetzt aber das Unheil seinen Lauf. Ich steckte den Knopf in die Tasche. Als das Opferkörbchen rumging, griff ich in diese und wunderte mich noch, dass das Geldstück an der Handfläche leicht kleben blieb, so als wollte es nicht „geopfert“ werden. Mit einem bisschen Schütteln fiel es letztendlich doch ins Körbchen.



Kurze Zeit darauf musste ich mir die Nase putzen. Ich griff in die andere Tasche. Oh Schreck. Da ist ja Geld drin. Ob ich rot geworden bin, weiß ich nicht. Der Blutdruck ist aber hoch gegangen. Was tun? Am besten die Flucht nach vorne antreten, dachte ich mir. Nach dem Gottesdienst ging ich in die Sakristei. Das Malheur war noch gar nicht aufgefallen. Lachend gab die Küsterin mir den Knopf zurück und ich warf meinen Obolus ins Körbchen.

Als ich dies bei einem Geburtstag zum Besten gab, meinte dort ein Gast: „Wirf lieber Scheine ins Opferkörbchen. Die knistern und du weißt dann auch ganz sicher, dass es kein Knopf ist.“