Der Schülerzug rollt weiter

Hat die Anbindung der Stadt Lebach an die Landeshauptstadt durch die Saarbahn zum Rückgang der Fahrgäste auf der Regionalbahnlinie von Lebach-Jabach nach Saarbrücken geführt? Die Saarbrücker Zeitung fragte bei der Deutschen Bahn nach.

Die Bahnverbindung von Lebach über Wemmetsweiler nach Neunkirchen mit Anbindung nach Saarbrücken wurde laut dem historischen Lebacher Kalender des Jahres 2012 am 15. Mai 1891 in Betrieb genommen. Wie es weiter in dem Kalenderblatt heißt, fuhren im Jahr 1969 auf der so genannten Illtalstrecke von Wemmetsweiler nach Lebach 16 und in umgekehrter Richtung 20 Züge. Neben dieser Bahnlinie gab es noch Schienenverbindungen von der Theelstadt nach Wadern und über Primsweiler nach Dillingen sowie durch das Köllertal nach Völklingen.

Auf den beiden erstgenannten wurde der Personenverkehr am 31. Mai 1980 eingestellt. Fünf Jahre später kam auch das Aus für die so genannte Köllertalbahn.

Heute ist von den Strecken der Deutschen Bahn nur noch die Verbindung von Lebach-Jabach nach Neunkirchen und Saarbrücken übrig geblieben. Mit der Weiterführung der Saarbahn von Heusweiler nach Lebach, also der Anbindung an Saarbrücken, bekam die Regionalbahn eine Konkurrenz auf Schienen. Aufgrund der vielen Schüler, die in Lebach die Schulen besuchen, wurde die Bahnlinie im Jahr 1998 bis zum Endpunkt Jabach verlängert.

Laut DB-Pressestelle stiegen jährlich bis 2012 an den beiden Haltestellen in Jabach und am Bahnhof Lebach rund 246 500 Personen ein und aus. In den vergangenen Monaten ging die Zahl auf 236 600 zurück. Ob der Rückgang mit der Ankunft der Saarbahn zusammenhängt oder allgemein bedingt ist, kann erst dann gesagt werden, wenn die Saarbahn ein Jahr lang fährt, also im Oktober 2015.

Für die Bahn ist jedenfalls weiterhin wichtig, dass zu den Schulanfangs- und -endzeiten überdurchschnittlich viele Schüler unterwegs sind. Ab Lebach nutzen laut DB in der Hauptverkehrszeit morgens und abends auch viele Berufsreisende den Regionalzug. Die Verbindung ist nur in den Hauptverkehrszeiten ausgelastet, könnte aber in den so genannten Schwachlastzeiten mehr genutzt werden, wie der Bahnsprecher zugibt. Die Tage der Dieseltriebzüge der Bauartreihe VT 628/928 sind im Übrigen gezählt. Die Deutsche Bahn hat bereits die ersten technischen Vorbereitungen zur Elektrifizierung der Strecke getroffen.