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Wenn der Zauberer sich ver-zaubert

Auf Augenhöhe mit den Kindern: Zauberer Markus Lenzen bei seinem Auftritt auf dem Völklinger Kolpingplatz. Foto: Jenal
Auf Augenhöhe mit den Kindern: Zauberer Markus Lenzen bei seinem Auftritt auf dem Völklinger Kolpingplatz. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Völklingen. Markus Lenzen zählt zu den Besten der Magier-Zunft. Aber wenn er vor Kindern auftritt, zaubert er so, als könne er's nicht gut – und lässt dem kleinen Publikum die Pointe. Und das hat Pfiff. So auch am Mittwoch auf dem Völklinger Kolpingplatz. Von SZ-Mitarbeiter Jürgen Kück

Das war vorher schon klar: Markus Lenzen plus Klamauk ergibt eine Stunde Vergnügen mit Jux in rascher Folge. Trotz Schwimmbadwetter waren rund 200 Kinder zum Völklinger Kolpingplatz gekommen, also mehr als bei den vergangenen Terminen. Und auch die Zahl der Erwachsenen ohne Kinder war gestiegen. "Heute Morgen war hier ein Gewitter", verkündete Lenzen zu Beginn, "das könnte ich wieder her zaubern, aber das wäre mir zu protzig!"

Nachdem er den Eltern erklärt hat, dass das Füttern der Kinder während der Vorstellung verboten ist, beginnt er, jedes Kind einzeln mit Handschlag zu begrüßen. "Das dauert maximal eine halbe Stunde." Nach der ersten Reihe bricht er die Zeremonie ab und bittet ein Kind nach vorne auf die Mitmachkiste. "Wer traut sich, wer hat Geld dabei?"

Die fünfjährige Melissa wird zur Assistentin, und mit ihr übt er zuerst das Entgegennehmen von Applaus. "Erwachsene dürfen auch Geld nach vorne werfen", sagt er. Dann geht es los, in rascher Folge präsentiert er "eine Weltsensation nach der anderen". Zwei kleine rote Bälle, er und Melissa halten sie hoch, zauberzauber, "jetzt haben sie die Plätze getauscht - Applaus!", ruft der Magier. Als ein Kind Schwindel vermutet, kündigt er schnell die nächste Sensation an.

Das Prinzip ist immer gleich - und immer gut: Der Saarbrücker Markus Lenzen, hoch geachtet in internationalen Kreisen der großen Magie, zaubert mit den Kindern so, als ob er nicht gut zaubern könnte. Die Pointe überlässt er den Kindern, sie stehen im Mittelpunkt.

Wenn er seine "einmaligen Momente der Magie" mal wieder vermasselt, springen die Kinder auf und juchzen vor Vergnügen. Dabei hält er ständig Kontakt mit ihnen, fragt immer nach, mit Humor und Respekt, geht spontan auf alle Zwischenrufe ein. "Doofe Petze, wer hat dich überhaupt eingeladen!", schreit er zwischendurch ein Mädchen an, das seinen "gefährlichen Supertrick" durchschaut. Zuletzt lässt er Klara aus einem Korb aufsteigen, "die einzige Schlange, die Poker spielen kann". Und als ein Kind das Kringeltier überlistet, beschimpft er die Schlange und stopft sie in den Korb zurück. Das war eine flotte Zaubershow mit Witz; und das war Witz mit Niveau.

Am nächsten Mittwoch, 31. Juli, 15 Uhr, kommt das Team Mumpe Naseweis mit seinem Programm rund um das Thema Zirkus zum Völklinger Kolpingplatz. Der Eintritt ist frei.