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Stadtgalerie: Denkmalschutz macht Kunstaktion ein Ende

Saarbrücken. Junge Kunst sollte alte Mauern zieren: Die Idee, Graffiti-Malern dafür den Hof der Stadtgalerie zu überlassen, kam ausgezeichnet an. Doch die Graffiti hätten dem Verputz geschadet, und deshalb ist jetzt vorzeitig Schluss. Von SZ-MitarbeiterinNicole Baronsky-Ottmann

Die Kunstaktion im Hof der Stadtgalerie Saarbrücken sollte "Back to the Future - Live Painting" heißen. Dort sollten in den nächsten Wochen Urban Art und Graffiti-Kunstwerke von namhaften, jungen Künstlern der Großregion erschaffen werden, und das Publikum hätte an Ort und Stelle mitverfolgen können, wie solche Kunstwerke entstehen. Doch nun muss dieses Kunstprojekt, das ausdrücklich auf die verborgene Schönheit des Hofs der Stadtgalerie hinweisen wollte, vorzeitig enden. Zu sehen sind nur die Wandbilder der beiden Urban-Art-Künstler "Meine Tekel" und "Noogat", die bereits fertig sind. "Das ist etwas unglücklich gelaufen", erklärt die Leiterin der Stadtgalerie, Andrea Jahn, den Abbruch. Denn eigentlich hatte sie das Einverständnis des städtischen Kulturamtes, die Arkaden des denkmalgeschützten Hofes vorübergehend künstlerisch zu gestalten. Bei der ohnehin notwendigen Renovierung des Hofes wären die Wandbilder dann wieder verschwunden.

Sprayfarben versiegeln Verputz

Gerade der Kontrast von zeitgenössischer, junger Kunst und ehrwürdigem, historistischem Hof war auf die Begeisterung aller Beteiligten gestoßen. Doch nun schritt die Immobiliengruppe Saarbrücken als Verwalterin im Namen der Eigentümergemeinschaft des Gebäudekomplexes ein. Sie verfügte aus Denkmalschutzgründen, dass keine weiteren Graffiti an den Wänden aufgebracht werden dürfen.

Das habe damit zu tun, dass die neu aufgetragenen Farben den mineralischen Verputz der Wände versiegelt hätten. Auch ein anderes Vorgehen, etwa die Wandbilder zuerst auf Platten zu sprühen und diese dann an den Wänden zu befestigen, hätte zu große Probleme bedeutet. "Uns blieb nichts anderes übrig, als schweren Herzens die Aktion abzubrechen", sagt Andrea Jahn bedauernd. Nun sucht sie nach anderen künstlerischen Möglichkeiten, um den "schönsten Innenhof Saarbrückens" zukünftig für die Kunst zugänglich und für ein breites Publikum erlebbar zu machen.