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Fremersdorf hat fast alles, was man zum Leben braucht

191 von 1190 Einwohnern kamen zum Fototermin. Und Petrus hat es gut mit den Fremersdorfern gemeint. Kurz vor dem Termin kam die Sonne heraus. Fotos: Thomas Seeber
191 von 1190 Einwohnern kamen zum Fototermin. Und Petrus hat es gut mit den Fremersdorfern gemeint. Kurz vor dem Termin kam die Sonne heraus. Fotos: Thomas Seeber
Fremersdorf wäre ohne die Familie von Boch nicht das, was es jetzt ist - davon ist Ortsvorsteher Willi Hilt überzeugt. Die Ländereien gehören fast alle den von Bochs. Die Familie selbst wohnt im Schloss in Fremersdorf. Ohne die von Bochs gebe es nach Angaben von Hilt zum Beispiel nicht die 100 Jahre alte Kirche. Hilt: "Sie waren immer die Sponsoren im Ort. Einige Leute sehen das kritisch Von SZ-Redakteurin Dörte Grabbert

Fremersdorf wäre ohne die Familie von Boch nicht das, was es jetzt ist - davon ist Ortsvorsteher Willi Hilt überzeugt. Die Ländereien gehören fast alle den von Bochs. Die Familie selbst wohnt im Schloss in Fremersdorf. Ohne die von Bochs gebe es nach Angaben von Hilt zum Beispiel nicht die 100 Jahre alte Kirche. Hilt: "Sie waren immer die Sponsoren im Ort. Einige Leute sehen das kritisch. Aber ohne das Geld der von Bochs wäre vieles nicht möglich."Etwa der Kindergarten, meint Hilt. Den gibt es nämlich schon seit 1883. Ungewöhnlich auf dem Land. Damals wurde er von den Nonnen geleitet. An der Stelle des heutigen Altenheims stand bis Anfang der 1980er Jahre ein Kloster. "Das war die Sozialstation am Ort", erklärt Hilt. Auch alte Frauen und ab und an auch ein alter Mann wurden von den Nonnen aufgenommen und gepflegt. 1962 verließen die Nonnen Fremersdorf. Den Kindergarten übernahm die Pfarrgemeinde und die Caritas wurde Träger des Altenheims im Kloster. Nach dem Abriss des Klosters und Neubau des Altenheims hat das Heim heute 100 Betten und wird vom Saarländischen Schwesternverband betrieben. Gleichzeitig ist es ein großer Arbeitgeber für den Ort.


Doch nicht nur auf dieses Erbe ist der Ortsvorsteher stolz. Froh macht ihn auch der Zusammenhalt im Ort. Hilt: "Es gibt sehr viele Vereine bei uns. Und wir haben sehr viele Veranstaltungen, die die Dorfgemeinschaft fordern, etwa der Fastnachtsumzug, der Erntedankumzug und alle vier Jahre das große Pfarrfest." Der größte Verein ist die Tischtennisgemeinschaft (TTG) Fremersdorf-Gerlfangen mit 14 Mannschaften. "Der Tischtennisverein macht eine tolle Jugendarbeit", gerät Hilt ins Schwärmen. Sieben Jugendmannschaften seien aufgestellt mit jungen Leuten aus der ganzen Region. Außerdem gibt es in Fremersdorf noch einen Musikverein, einen Theaterverein, einen Kirchenchor, den Obst- und Gartenbauverein, den Verein für Senioren und Junioren, den Imkereiverein, das DRK, den Elisabethenverein, die Jazztanzgruppe sowie drei Fördervereine für Feuerwehr, Altenheim und Kindergarten.

Nicht nur die Vereinslandschaft, auch die Infrastruktur sei noch intakt. "Wir haben hier eine relativ gute Versorgung mit Bäckerei, Restaurant, Friseur, zwei Banken und einem Arzt", zählt Hilt auf. Und eine direkte Zuganbindung auf der Strecke Saarbrücken-Trier. Der Haltepunkt Fremersdorf ist vom Ort aus über die Fußgängerbrücke zu erreichen. Hilt: "Das hat kein anderer Ort in der Gemeinde."



Doch bei aller Schwärmerei gibt es noch offene Baustellen in Fremersdorf. Da wäre zum einen der Lärmschutz wegen der nahe gelegenen Autobahn. Eine Bürgerinitiative kämpfe seit Jahren dafür, berichtet der Ortsvorsteher. Willi Hilt stammt eigentlich aus Fürweiler. 1969 kam er nach Fremersdorf, der Liebe wegen. Jetzt wohnt er mit seiner Frau im Haus seiner Schwiegereltern. Seit 1999 ist er Ortsvorsteher.

Auf einen Blick

Das Ortsfoto aus der SZ-Aktion "Unser Ort hat viele Gesichter" gibt es zum Herunterladen unter www.sztipp.de/dorffoto, Preis: 0,99 Euro. Zu sehen ist es auch auf der Facebook-Seite: facebook.de/saarbrueckerzeitung.sls.

Abzüge vom Foto können Sie nur schriftlich bestellen: SZ, Adlerstraße 3, 66740 Saarlouis oder per E-Mail: redsls@sz-sb.de (Preis auf Anfrage). red

Willi Hilt
Willi Hilt