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Mit der "leeren Hand" punkten

Saarbrücken. Viele Leute kennen Karate vor allem aus Filmen, in denen der Bösewicht mit ein Paar gezielten Tritten und Schlägen außer Gefecht gesetzt wird. Dass Karate aber hauptsächlich mit Selbstbeherrschung und Konzentration zu tun hat, zeigten am Samstag Nachwuchskarateka bei der vom SV Saar 05 ausgerichteten Saarlandmeisterschaft der Jugend/Junioren in der Sporthalle Brebach Von SZ-Mitarbeiterin Svenja Fried

Saarbrücken. Viele Leute kennen Karate vor allem aus Filmen, in denen der Bösewicht mit ein Paar gezielten Tritten und Schlägen außer Gefecht gesetzt wird. Dass Karate aber hauptsächlich mit Selbstbeherrschung und Konzentration zu tun hat, zeigten am Samstag Nachwuchskarateka bei der vom SV Saar 05 ausgerichteten Saarlandmeisterschaft der Jugend/Junioren in der Sporthalle Brebach. Karate kommt aus dem Japanischen und heißt so viel wie "leere Hand", ist also der Kampf ohne Waffen. In den zwei Disziplinen Kata und Kumite zeigten die Jugendlichen der Altersklassen U16 und U18 ihr Können. Während der Karateka beim Kata einen choreografischen Kampf gegen imaginäre Gegner führt, stehen sich beim Kumite zwei Sportler gegenüber - allerdings ohne die Absicht, sich gegenseitig zu verletzen. Zudem gibt es beim Kumite strenge Regeln und das Repertoire an Techniken ist eingeschränkt, um die Verletzungsgefahr bei Wettkämpfen zu reduzieren. Außerdem tragen die Karateka Mund-, Faust- und Fußschutz sowie Schienbeinschoner. Unter den 103 Startern aus 13 Vereinen waren auch die Bundeskader-Karateka Isabelle Gawlick (SKA Saarpfalz, U18), Niklas Quint (SV Saar 05, U16) und Daniel Saar (SV Alschbach, U16). Gawlick erfüllte ihre Favoritenrolle und wurde Saarlandmeisterin im Kata U18, im Kumite belegte sie in der Gewichtsklasse über 59 Kilogramm den zweiten Rang. "Ich bin ganz zufrieden mit meiner Leistung, auch wenn ich schon besser war. Ich war die letzte Woche krank und hatte daher ein paar Probleme mit meiner Kondition", erzählt die 16-Jährige, die auch schon im vergangenen Jahr Saarlandmeisterin wurde. Seit zehn Jahren macht sie Karate und ist sich sicher, dass sie auch im Alltag das Gelernte nutzen kann. "Beim Karate lernt man Selbstdisziplin und Ausdruck. Man bekommt Selbstbewusstsein und auch Durchhaltevermögen, man muss immer an sich arbeiten. Ich denke, ich kann manche Alltagssituationen besser einschätzen als andere, und auch schneller reagieren."Quint, der seit diesem Jahr im Bundeskader ist, sicherte sich den Titel im Kumite U16 über 63 Kilo, Mitfavorit Saar wurde Vizemeister. "Seit ich sieben Jahre als bin, trete ich jedes Jahr bei der Saarlandmeisterschaft an. Und dieses Jahr möchte ich bei der EM dabei sein", gibt Quint sein sportliches Ziel an. Durch seinen Titel steht nun aber erstmal die deutsche Meisterschaft an, die am 13. und 14. Juni in Bergisch Gladbach stattfindet. Sportlich gesehen war der Wettkampf ein Erfolg, enttäuschend für den Ausrichter SV Saar 05 waren allerdings die Zuschauerzahlen. "Kumite ist für die Zuschauer interessanter als Kata, aber bei Jugendturnieren kommen allgemein kaum Interessierte. Meistens sind nur Familienangehörige der Teilnehmer in der Halle", erklärt Carsten Schoppe, Pressesprecher des Saar 05. Auch Gawlick betont, dass die Karateka "Unterstützung beim Wettkampf" bräuchten. Vier Medaillen für St. WendelIm Nachwuchsbereich des Karate hingegen ist ein positiver Trend auszumachen. "Es gibt viele Jugendliche, die Karate machen. Und auch im Kinderbereich gibt es starke Zuwächse", sagt Schoppe. "Gerade für junge Menschen ist es ein guter Sport, da Karate viel mit Gymnastik und Dehnung zu tun hat. Durch das Training gewinnt man an Schnelligkeit und Wendigkeit. Und zudem bekommt man ein gutes Gefühl."Ein gutes Gefühl - das hatten am Ende auch einige Karateka des TV St. Wendel. Vor allem Keiguthiri Srikantharajah. Sie holte sich bei der weiblichen U18 in der Klasse bis 59 Kilo den Titel im Kumite. Kevin Fuchs musste sich bei der männlichen U 16 in der Klasse bis 63 Kilo nur Daniel Seibel (Saar 05) geschlagen geben und wurde Vizemeister. Zwei weitere Medaillen gab es für die Mannschaften: Bei der weiblichen U 18 wurde St. Wendel Dritter, bei der männlichen U 16 in der Kampfgemeinschaft mit Holz und Ludweiler Zweiter.



auf einen blickEinige Ergebnisse der Jugend-Karate-Saarlandmeisterschaft in BrebachKata U16 männlich: 1. Daniel Fischer (SV Alschbach), 2. Pascal Senzig (KD Köllerbach), 3. Niklas Quint (Saar 05).Kumite U16 männlich bis 63 Kilo: 1. Daniel Seibel (Saar 05).Kumite U16 männlich über 63 Kilo: 1. Niklas Quint (Saar 05).Kumite Team U16 männlich: 1. KG Saar 05/KD Saarwellingen, 2. KG Holz/ Ludweiler/ St. Wendel, 3. KD BousKumite U18 weiblich Team: 1. KC Heiligenwald 2, 2. KD Bous, 3. KC Heiligenwald 1, 3. TV St. Wendel.Kumite U18 männlich Team: 1. KD Bous, 2. SV Saar 05, 3. KD Saarwellingen, 3. KD Bous 2. svf