Bahnbrücke: Die Aufweitung hat viele Fürsprecher

Bahnbrücke : Die Aufweitung hat viele Fürsprecher

Der Bezirksrat will beim Neubau der Bahnüberführung in der Fischbachstraße mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer rausholen. Die Stadtverwaltung hält das für nicht nötig.

In einem gemeinsamen Antrag äußerten sich die Mitglieder der im Bezirksrat vertretenen Fraktionen von SPD, CDU, Die Linke, Bündnis90/Die Grünen sowie der Vertreter der FDP zur Erneuerung der Bahnüberführung in der Fischbachstraße. Die DB-Netz AG sieht vor, ab Januar 2020 in einer Bauzeit von veranschlagten zwei Jahren das Brückenbauwerk innerhalb der Sanierung des Streckennetzes aus Bundesmitteln zu erneuern. Das Bauwerk hat eine Weite von knapp acht Metern. Für eine optimale Verkehrsführung müsste der Tunnelquerschnitt jedoch um mehr als vier Meter auf 12,50 Meter aufgeweitet werden. Nur dadurch sei es möglich, auf beiden Seiten entsprechende Gehwege und Schutzstreifen für Radfahrer anzulegen. Gleichzeitig wäre die Unterquerung im Gegenverkehr weiterhin möglich. Nun teilte die Landeshauptstadt der DB-Netz AG bereits 2015 mit, dass die Stadt an einer Aufweitung nicht interessiert ist.

„Hier werden Entscheidungen von der Landeshauptstadt weitergegeben, ohne sie mit unserem Gremium abzustimmen“, ärgerte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf-Peter Fritz. In dem gemeinsamen Antrag heißt es deswegen dazu: „Die Fischbachstraße ist neben dem Neuhauser Weg eine der zwei wichtigsten und sehr stark befahrenen Nord-Süd-Achsen in Dudweiler. Ein großer Teil des Verkehrs aus Richtung Quierschied-Fischbach sowie der von der A 623 abfahrende Verkehr nutzen diese Achse. Eine Regelung, wie jetzt von der Stadtverwaltung angedacht bzw. vorgeschlagen, führt im Bereich der Fischbachstraße in beiden Richtungen zu erheblichen Beeinträchtigungen. Längere Rückstaus mit entsprechenden Belastungen der Umwelt (Lärm, Abgase etc.) wären die Folge.“

Die genannten Fraktionen fordern die Verwaltung deswegen dazu auf, erneut in Verhandlungen mit der DB-Netz AG einzutreten. Ziel solle es dabei sein, durch eine Aufweitung des Tunnelquerschnitts eine Lösung zu realisieren, „die alle Verkehrsteilnehmer und die Anwohner zufriedenstellt“, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Jörg Sämann es ausdrückte. Letztendlicher Zweck sei es, „dass die Stadt nochmal genau hinschaut, woher man Geld bekommt“. Sprich: Ob und wenn ja, in welcher Höhe Zuschüsse aus Bundes-, Landes- oder sonstigen Mitteln für die Maßnahme beantragt und eingesetzt werden können. Weiterhin beantragt man eine fortlaufende Unterrichtung des Bezirksrates über die weiteren Entwicklungen.

Gabriele Ungers, Fraktionsvorsitzende der Linken, fragte nach, wieso die Abstimmung so dringend sei. Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz erklärte, dass die Deutsche Bahn bis September Bescheid wissen müsse. Der Zustimmung zum Antrag enthielt sich Mirko Welsch, der mittlerweile für das „BürgerBündnis Saar“ im Bezirksrat sitzt. Er bat vergeblich darum, die Formulierung in „alle Mitglieder des Bezirksrates“ zu ändern.

So wie es sich heute präsentiert, wurde das Bauwerk 1924, also vor fast 100 Jahren, erstellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde es beschädigt, 1949 wiederhergestellt. Es liegt mitten im Siedlungsgebiet und hat keine richtigen Gehwege, nur sogenannte etwa 90 Zentimeter breite „Schutzborde“ auf beiden Seiten.

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Laut Auskunft des Saarbrücker Stadtplanungsamtes wird die Fischbachstraße täglich von etwa 5000 Kraftfahrzeugen befahren. Als Lösung hatte die Verwaltung der Landeshauptstadt vorgeschlagen, trotz fehlender Aufweitung die Gehwege und Schutzstreifen für den Radverkehr zu installieren. Dies hätte zur Folge, dass dann lediglich eine Fahrspur zur Verfügung steht und der Kraftfahrzeugverkehr entweder durch eine Ampel oder eine entsprechende Beschilderung geregelt werden müsse.

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