Sonderausstellung im Europäischen Kulturpark in Reinheim ab 15. März

Kulturpark : Ein besonderer Blick auf die spannende Saar-Geschichte

Sonderausstellung im Europäischen Kulturpark geht auf Entdeckungsreise zu 60 Orten. Auch das Fürstinnengrab in Bliesbruck-Reinheim ist dabei.

Vom 15. März bis zum 31. Oktober lädt die Sonderausstellung „Saarland – Entdeckungsreise zu 60 spannenden Orten der Geschichte“ dazu ein, das Land an der Saar zu entdecken. Dazu gehört eine Sonderausstellung im Fürstinnengrab im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim. In den 1950er Jahren stieß man beim Abbau von Sand und Kies auf drei erodierte Monumentalgrabhügel aus keltischer Zeit. Ein Hügel barg die Überreste einer Dame, der meisterhaft verzierter Goldschmuck und weitere kostbare Beigaben, darunter Importgüter aus fernen Regionen Europas, mitgegeben wurden. Das Grab stammt aus der sogenannten Frühlathènezeit um 370 v. Chr.

Die drei Grabhügel wurden 1999 in ihren ursprünglichen Ausmaßen rekonstruiert. Der Hügel der Fürstin ist begehbar, wobei man einen einzigartig inszenierten Einblick in die Grabkammer erhält. In der Ausstellung kann man den meisterhaft dekorierten Goldschmuck und die ungewöhnlich filigran verzierte Bronzekanne der Fürstin sehen.

Später stieß man bei Straßenbauarbeiten in Reinheim auf einen spätbronzezeitlichen Hortfund (9. Jh. v. Chr.). Ebenfalls beim Kies- und Sandabbau wurden 1971 nördlich von Bliesbruck in der Gemarkung „Steinfelder“ die Überreste einer kleinstädtischen Siedlung aus römischer Zeit entdeckt. Die Funde wurden in den ersten Jahren unsystematisch teils geborgen, teils abgebaggert, der Komplex seit 1978 als Notgrabung eingestuft und seit 1983 kontinuierlich erforscht. 1987 begannen die systematischen Ausgrabungen in der römischen Palastvilla von Reinheim.

1989 erfolgte die Gründung des Europäischen Kulturparks/Parc Archéologique Européen Bliesbruck-Reinheim. Im selben Jahr wurde der Park durch das französische Kultusministerium in die Liste der bedeutendsten archäologischen Stätten Frankreichs aufgenommen.

Als Orientierung zu der Sonderausstellung „Saarland – Entdeckungsreise zu 60 spannenden Orten der Geschichte“ dienen hierzu dessen historische Stätten, welche die abwechslungsreiche Geschichte der Region veranschaulichen, die prägend für die saarländische Identität wirkten und durch die zugleich die heutige Lebenswelt erklärt wird.

In der Ankündigung heißt es: Das Saarland ist ein Land der Vielfalt, der Gegensätze und des permanenten Wandels. Achtmal in 200 Jahren wechselten seine Bewohner die Nationalität. Von 1947 bis 1956 war es sogar ein eigenständiger Staat unter französischem Protektorat. Auf seinen gerade einmal 2570 Quadratkilometern, womit es nur etwas größer als Teneriffa ist, trifft man auf ein Potpourri aus von der Montanindustrie und vom Kohleabbau überformten Gegenden mit Halden, jahrhundertealten, bäuerlich geprägten Kulturlandschaften, ausgedehnten Wäldern und Weinanbauflächen. Entsprechend vielfältig sind auch seine geschichtlichen Hinterlassenschaften.

Eine Vielzahl an ausgewählten Exponaten – von archäologischen Funden bis hin zu historischen Fußballschuhen – unterstreicht die Vielschichtigkeit der saarländischen Geschichte und macht sie greifbar.

Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt.

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