Event-Samstag : Schüler zeigten Kreativität in der City

Am Samstag fand in der Innenstadt der vierte Eventsamstag dieses Jahres unter dem Motto „Schulen stellen ihre Projekte vor“ statt.

„Was ist denn heute hier los?“, fragten sich einige Besucher der Fußgängerzone am vergangenen Samstag überrascht. Denn Musik, Spiele und Experimente bevölkerten die Kaiserstraße in ihrem hinteren Teil bis zum Brunnen. „Schulen stellen ihre Projekte vor“ war der vierte vom Stadtmarketing organisierte Outdoor-Eventsamstag überschrieben, an dem sich nicht nur die Bildungseinrichtungen der Stadt beteiligten. So standen vor und gegenüber der Alten Kirche Stände mit diversen Alltagsgegenständen, die den Passanten in Flohmarktmanier angeboten wurden. Sie gehörten zu Heinrich Wellner, der seit 17 Jahren für arme Menschen in Sri Lanka Steinhäuser baut – ein Projekt, für das er bereits das Bundesverdienstkreuz am Bande bekam und von dem der St. Ingberter auch mit knapp 82 Jahre nicht lassen kann und will.

Am Stand des Albertus-Magnus-Gymnasiums drehte sich alles um die dort angesiedelten Musik-Projekte wie den Unterstufenchor, den Chor aus Lehrern, Schülern und Eltern, die Combo, die Musical-AG und ihre bisherigen Aufführungen oder die Vorstellung der kürzlich erfolgreich durchgeführten Veranstaltung „Bands for benefit“. Auch einige Schüler des Leibniz-Gymnasiums stellten sich musikalisch vor, indem sie einige Ausschnitte aus „Der Zauberer von Oz“ auf der „Straßenbühne am Eck“ vorstellten, dort, wo Kaiser- und Ludwigstraße aufeinander treffen. Dass die Gymnasiasten noch viel mehr können als singen, tanzen und schauspielern, demonstrierten sie an den Stellwänden, wo sie ihre Generationen-AG in Wort und Bild vorstellten. Die Fotos zeigten, wie glücklich die Senioren in den Altenheimen sind, wenn die jungen Leute vorbeikommen und ihnen beim Spielen, Basteln oder mit einem kleinen Konzert eine Freude bereiten. Auch die Schülergenossenschaft Innogrün war dabei und machte einige Besucher des Standes mit selbstgemachter Erdbeermarmelade glücklich. Mit von der Partie war auch die Musikschule, die die Fußgängerzone als ihre Bühne nutzte. Annika und Baldur wiederum waren mit ihrer Mama in der Bibliothek und blieben am „Versuchsaufbau“ des Berufsbildungszentrums hängen. Dort hatten Joachim Frenzel-Paal und sein Kollege Andreas Klinkert kleine physikalische Experimente aufgebaut, die das Interesse nicht nur der Kinder weckten. Mit einer Kerze erwärmte Luft zwischen Kupferblättchen, die ein kleines Boot in einem Bottich mit Wasser antrieb, selbstgemachte Flaschenteufelchen, an denen man sich die Wirkung von Luftdruckunterschieden erklären lassen oder die Wirkung von Magneten ausprobieren konnte. „Wir haben uns Freihandversuche überlegt, also Experimente, die man auch zu Hause nachmachen kann“, sagt Klinkert, Lehrer für Elektrotechnik und Physik am BBZ. Er ist begeistert vom Wissensdurst des achtjährigen Baldur, der sich alles ganz genau erklären lässt. „Wenn man die Kinder jetzt schon begeistert, dann haben wir sie“, sagt der Lehrer über interessierte Grundschüler, die sich vielleicht später beim Eintritt in die weiterführenden Schule durch solche Experimente in ihrem Wissensdurst angestachelt, auf den Physikunterricht freuen. Baldurs Mama nimmt sich die Zeit und lässt Sohn und Tochter gewähren, obwohl der Besuch des Eventsamstags ein Zufall war. Für sie ist es ein gern genommenes Zusatzangebot: „Das passt gerade super, denn er ist ein kleiner Technikfreak.“ Aber auch die vierjährige Tochter, die sich an diesem Tag fürs Prinzessinenkleid entschieden hat, hat Spaß an den Experimenten. Mit ihrem Bruder zieht sie an zwei Magneten und staunt über dessen Kräfte. Eine Dinosaurierfigur in Sichtweite dieses Angebots verwies auf „Dragonlord Games“, wo Spiele ausprobiert werden konnten und sich Schüler über Cosplay informierten.