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Kolumne Unsere Woche
Wohin mit all den Schätzen?

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Angesichts der Tatsache, dass nicht wenige Sammler ihre zusammengetragene Kunst zuhause horten und bunkern, ist die Entscheidung der Bergkappelle, ihre alten Filme dem St. Ingberter Stadtarchiv zu überlassen, löblich. Ist ihre beinahe 180-jährige Geschichte doch eng mit der der Stadt St. Ingbert verwoben.

Gleichzeitig aber wirft diese feine Geste weitere Fragen auf: Was passiert mit den Filmen? Werden sie nur eingelagert? In einer Kiste neben vielen anderen Kisten und Schätzen? Oder werden sie auch in anderer Form der Öffentlichkeit zugänglich gemacht? Denn mit dem über viele Jahre gesammelten Filmmaterial verhält es sich wie mit privaten Sammlungen, die einem Museum überlassen werden.


Mit den Filmen wechselt auch eine Verantwortung den Besitz. Von der sachgerechten Lagerung und dem Erhalt des Filmmaterials bis zum Auftrag, dieses auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen – in welcher Form auch immer. Darum geht es doch bei kuturellen Schätzen – ob millionenschwer oder „nur“ für die Region von Bedeutung. Werden sie nicht gezeigt, tendiert ihr Wert gegen Null. Nur – wo ausstellen?

Seit der Schließung des Weisgerber-Museums vor mehr als einem Jahrzehnt ist in der Mittelstadt wenig bis nichts passiert. Auch die Werke des über die Landesgrenzen hinaus bekannten Malers sind an einem geheimen Ort eingelagert und auf unbestimmte Zeit der Öffentlichkeit vorenthalten. Schon so lange, dass auch das letzte Echo des leisen Aufschreis zwischen den Kisten eingelagerter Zeugnisse vergangener Tage in den Katakomben des St. Ingberter Stadtarchivs verhallt sein dürfte.



Abgesehen von großen Ideen,
etwa einem Landesmuseum für Industriekultur, fehlt in der Stadt scheinbar der Wille, die Baumaßnahmen an der alten Baumwollspinnerei, die für einen Teil der Schätze Platz bieten würde, voranzutreiben. Schade eigentlich.