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Volkstrauertag
Kränze für die Toten und gegen das Vergessen

Neben Oberbürgermeister Hans Wagner gedachten am Hochkreuz auf dem Alten Friedhof viele andere St. Ingberter der Toten.
Neben Oberbürgermeister Hans Wagner gedachten am Hochkreuz auf dem Alten Friedhof viele andere St. Ingberter der Toten. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Anlässlich des gestrigen Volkstrauertages wurde auf verschiedenen Friedhöfen St. Ingberts der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Auch auf dem Alten und dem Jüdischen Friedhof, wo Oberbürgermeister Hans Wagner sowie Parteien und Organisationen in Erinnerung an die Toten Kränze niederlegten.

Wagner erinnerte sich daran, welche Auswirkungen diese Ereignisse auf seine Familie gehabt hätten. Diese Geschichten, die authentisch und glaubwürdig gewesen seien, haben ihn geprägt. Mit Hilfe solcher Familienchroniken könne man den Nachfahren die Sinnlosigkeit solch kriegerischer Auseinandersetzungen vermitteln.


„Viele Städte wurden platt gemacht und ganz in der Nähe, in Saarbrücken, wurde die Innenstadt bis zu 90 Prozent zerstört“, sagte Daniel Zamilski in Erinnerung an die regionalen Schäden. Doch die Prozentangaben ließen die Menschen hilflos zurück. „Zahlen sind kalt und blutleer“, so der Pfarrer, „was soll ich mit Prozentpunkten von Zerstörung anfangen?“ Die Zahlen zeigten aber, dass es in dieser Zeit „überall schlimm gewesen sein muss“. Vor allem durch die Gespräche mit jenen, die es erlebt haben, würden die Zahlen Gesichter bekommen. „Vielleicht lehrt dieser Tag, behutsam mit dem Frieden umzugehen und wir tragen heute dazu bei, dass die Erinnerung wachgehalten wird.“