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SZ-Serie Deutscher Kinderschutzbund
In Familien müsste viel gemacht werden

Susanne Gebauer und Christoph Bauer zeigen das jüngste Projekt des Deutschen Kinderschutzbunds Saarbrücken: die „Kleider-Lobby“.
Susanne Gebauer und Christoph Bauer zeigen das jüngste Projekt des Deutschen Kinderschutzbunds Saarbrücken: die „Kleider-Lobby“. FOTO: Carolin Merkel
St. Ingbert/Saarbrücken. 250 Aktive bei 500 Mitgliedern: Das ist eine gute Zahl, die der Ortsverband Saarbrücken des Deutschen Kinder- schutzbunds da aufweist.

Seit 1983 ist der Ortsverband Saarbrücken des Deutschen Kinderschutzbunds (DKSB) aktiv, und er ist mit 500 Mitgliedern und einer Geschäftsstelle in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss gut aufgestellt. Auch die Anzahl der ehrenamtlich Tätigen, rund 250, wie Vorstandsmitglied Susanne Gebauer erzählt, trägt dazu bei, dass eine Vielzahl an Projekten angeboten werden kann.


Das größte, erklärt Christoph Bauer, Geschäftsführer des DKSB-Ortsverbandes, ist dabei das Förderprojekt für Kindergärten und Grundschulen. Vor zwölf Jahren startete das Angebot mit einigen Paten in einer Schule, es kamen immer neue Einrichtungen und Ehrenamtler hinzu. Rund 350 Kinder werden nun in Saarbrücken in enger Abstimmung mit den Einrichtungen beim Lernen, Schwerpunkt Lesen, unterstützt.

„Neue Helfer in diesem Projekt finden sich immer wieder durch Aufrufe in der Presse. Wir laden jeden zum Gespräch ein. Bevor es in die Praxis geht, werden alle Teilnehmer von uns intensiv geschult“, erklärt Bauer. Koordiniert wird das größte Projekt durch drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen. „Die Leute denken immer, wir werden finanziell von öffentlicher Seite unterstützt, aber dem ist nicht so. Ohne die Ehrenamtler, die Zeit und Geld investieren, ohne die Mitglieder und insbesondere ohne die Sponsoren würde das Angebot nicht funktionieren“, betont Gebauer.



Daher ist der Ortsverband trotz 500 Mitgliedern und einiger guter Sponsoren weiterhin auf der Suche. Denn, das lässt Gebauer nicht unerwähnt, die Arbeit des DKSB wird zunehmend wichtiger. „Wir versuchen, die Arbeit, die in den Familien gemacht werden müsste, aufzufangen. Die Kinder leiden zunehmend an materieller, aber vor allem auch emotionaler Vernachlässigung“, sagt Gebauer.

Ein kleines Angebot wie das Basteln am Freitag in der Geschäftsstelle bietet den Kindern eine Anlaufstelle in lockerer Atmosphäre. Neuestes Kind des Ortsverbands ist die Kleider-Lobby. „Hier sind wir auch auf weitere Spenden angewiesen“, sagt Bauer, der froh ist, dass sich einige Mitglieder spontan bereit erklärt haben, die Aufgabe in der Kleider-Lobby zu übernehmen. Entstanden, ergänzt Gebauer, ist die Idee durch die Aktionen Wunschbaum und die Ranzenbörse. „Hier kann man sehen, dass es vielen Kindern am Nötigsten fehlt“, sagt sie.

Strahlende Kinderaugen, egal, ob beim Wunschbaum oder beim Förderprojekt, das ist die Motivation, die alle Akteure immer wieder antreibt. Mitglieder zu gewinnen, die sich auch in zeitlich klar definierten Projekten engagieren, sei nicht so schwierig, aktive Helfer im Vorstand seien dagegen rar, sagt Bauer. „Hier geht es um einen Zeitaufwand, den man vorher nicht abschätzen kann. Dazu heißt ein Amt in einem Vorstand immer auch, Verantwortung zu übernehmen.“

Die Geschäftsräume, die mittlerweile dritten in der Vereinsgeschichte, sind schon wieder zu klein geworden. Aus- und Weiterbildungsseminare, Elternkurse, Beratungsgespräche, die „Nummer gegen Kummer“, der betreute Umgang, all das findet Am Schlossberg statt. Aber auch die Öffentlichkeitsarbeit, die Teilnahme an Festen, der Besuch in Einrichtungen, ist ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeit des Ortsverbands Saarbrücken.

Kontakt: Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Saarbrücken, Geschäftsführer Christoph Bauer, Am Schlossberg 3, 66119 Saarbrücken, Telefon: (0681) 3 25 33.