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HWE in der Krise
Spielgemeinschaft HWE Homburg steht vor dem Aus

Homburg. Sportlich könnte es nicht besser laufen. Doch intern rumort es bei der Spielgemeinschaft des Handball-Saarlandligisten HWE Homburg, die vor drei Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Denn der TV Homburg will nun aussteigen und hat den Spielgemeinschafts-Vertrag (zwischen den Vereinen TV Homburg, SSV Erbach und HSV Waldmohr) zum Ende der laufenden Saison gekündigt. Von Mirko Reuther

Sportlich könnte es nicht besser laufen. Doch intern rumort es bei der Spielgemeinschaft des Handball-Saarlandligisten HWE Homburg, die vor drei Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Denn der TV Homburg will nun aussteigen und hat den Spielgemeinschafts-Vertrag (zwischen den Vereinen TV Homburg, SSV Erbach und HSV Waldmohr) zum Ende der laufenden Saison gekündigt.


Ein elementarer Grund sind offenbar unterschiedliche Auffassungen bei der Jugendarbeit. Jörg Ecker vom TV Homburg ist bei der HWE der Abteilungsleiter der Aktiven. Er wirft den anderen beiden Vereinen Versäumnisse im Nachwuchsbereich vor: „Zu Beginn der Spielgemeinschaft wurde festgelegt, dass sich Erbach und Waldmohr um den Jugendbereich kümmern. Heute existiert die B-Jugend nur noch über eine Spielgemeinschaft mit der VTZ Zweibrücken, die C-Jugend gibt es nicht mehr, bei der D-Jugend sind Mädchen und Jungen gemischt und die E-Jugend mussten wir vom Spielbetrieb abmelden.“

Beim SSV und dem HSV will man das nicht so stehen lassen. Die beiden Vereine hatten sich bereits 2006 zur Spielgemeinschaft HWE Waldmohr/Erbach zusammengeschlossen. Deren Pressesprecher Michael Burgard sagt: „Alle Vereine haben heute Probleme, ihre Jugendmannschaften aufzufüllen. Das ist sogar beim Fußball so. Trotzdem ist unsere weibliche B-Jugend Meister geworden. Außerdem spielen verschiedene Mannschaften in der Jugend-Oberliga.

Reibungspunkte liefert aber nicht nur die Nachwuchsförderung, sondern auch persönliche Differenzen Eckers mit Andreas Mooßmann (SSV Erbach) und Aaron Braun (HSV Waldmohr). Leidtragender ist die Mannschaft, die eine formidable Runde spielt und nach dem 33:30-Heimsieg am Samstag gegen den TV Merchweiler die Tabelle weiter souverän anführt. „Kindergarten“, kommentierte ein Zuschauer den Konflikt. Auch die Spieler sind von den Querelen genervt. „Traurig, dass die Vereine keine Lösung finden“, sagte Christian Boscolo. „Unser Wunsch ist, dass die Mannschaft auch nächste Saison zusammenbleibt“, erklärte Torwart Max Loschky. Und Spielertrainer Thomas Zellmer meinte am Samstag: „Kompliment, wie die Mannschaft die Diskussionen wegsteckt. Schade, dass wir uns deshalb seit Wochen nicht einmal über Platz eins freuen können.“