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Eisenbahnromantik im Miniaturformat

Die Besucher bewunderten die Bahnanlage des Modelleisenbahnclub St. Ingbert (MEC) bei der „Langen Nacht der Modelleisenbahnen“ im MEC-Clubheim. Foto: Jörg Martin
Die Besucher bewunderten die Bahnanlage des Modelleisenbahnclub St. Ingbert (MEC) bei der „Langen Nacht der Modelleisenbahnen“ im MEC-Clubheim. Foto: Jörg Martin FOTO: Jörg Martin
St Ingbert. Bei der „Langen Nacht der Modelleisenbahnen“ konnten Modellbaufreunde am Samstagabend in der ganzen Region Miniaturbahnen bewundern. Mit vielen liebevollen Details ließen die Modelleisenbahner aus St. Ingbert dabei so manchen Kindheitstraum wahr werden. Jörg Martin

Samstagabend in der Innenstadt. Die Herbstferien sorgen für Ruhe. Der Vollmond steuert eine eigene Stimmung bei. In der Neuen Bahnhofstraße parken etliche Autos. Ihre Kennzeichen tragen etwa zur Hälfte das vertraute IGB. Die anderen Wagen kommen aus der Region. "Viele machen Rundfahrten und wollen im Laufe der Nacht etwa von Freisen über St. Ingbert nach Pirmasens", verrät Jürgen Quirin das Konzept der "Langen Nacht der Modelleisenbahnen".. Der erste Vorsitzende des Modelleisenbahnclub (MEC) St. Ingbert und sein Team haben nämlich das Clubheim seit 17 Uhr bis um Mitternacht für jedermann und ohne Eintritt geöffnet. Die St. Ingberter sind von Anfang an und somit zum siebten Mal dabei und einer von zehn teilnehmenden Vereinen. In der Mittelstadt konnte man sich die neueste Version der Computersteuerung der Wechselstromanlage mit Railware 7 ansehen. Das sei indirekt eine Art Generalprobe, sagt Quirin.



Denn alle drei Bahnen des MEC werden im November bei einer großen Ausstellung in Frankenthal gezeigt. Auch der Becker Bier-Wagen, der sonst immer nur als Modell zur Verfügung stand, ist mittlerweile repariert und konnte am Samstag fahrend gezeigt werden. "Es ist schön, ihn zu sehen", meinte ein älterer Herr, der jedes Mal zu der Veranstaltung kommt. Ab und an gab es an diesem Abend immer wieder für einen kleinen Kurzschluss. Dann wissen die Leute vom MEC immer genau, wo sie hin greifen müssen. "Woran es liegt, wissen wir nicht. Aber, wir wissen, wo wir ansetzen müssen", sagt MEC-Chef Quirin lächelnd. Und mit einem Griff läuft auch die ganze Bahn wieder.

Manchmal ist es auch einfach nur ein kleines Staubkorn, das den Eisenbahnern einen Strich durch die Rechnung macht. Dann hat man entweder einen speziellen Stift zur Hand, den früher die technischen Zeichner benutzten. Für hartnäckige Fälle müsse man auf den Pinsel zurückgreifen, erklärt Jürgen Quirin. Und für ganz schwierige Fälle habe sich der Verein auch einen Staubsauger angeschafft.

Zu ihm sagen sie wegen seiner abstrusen Form einfach nur noch "R2D2". Das Interesse der Besucher habe im Laufe der Zeit nachgelassen, blickt der Vereinsvorsitzende zurück. Viele sind Stammbesucher. "Es kommen eigentlich nur Schauer", analysiert Quirin. Leute, die sich für das Hobby interessieren und Mitglied werden wollen, sind kaum dabei. Modelleisenbahnen sind nach seiner Einschätzung bei der Jugend nicht mehr gefragt. Die tendiert eher zum Computer. Die meisten Vereinsmitglieder sind über 50. Ein Mann ist Mitte 30. "Bei uns muss man erst was arbeiten, bis man was sieht. Man braucht schon Ausdauer", so Quirin.