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Christkindmarkt
Vom Nikolaus gab’s einen Lebkuchen

Bevor der Nikolaus auf dem Blieskasteler Christkindmarkt kleine Geschenke an die Kinder verteilte, nahm er erst einmal ein Bad in der Menge.
Bevor der Nikolaus auf dem Blieskasteler Christkindmarkt kleine Geschenke an die Kinder verteilte, nahm er erst einmal ein Bad in der Menge. FOTO: Erich Schwarz
Blieskastel. Vor der barocken Kulisse der Blieskasteler Altstadt fand wieder der Christkindmarkt statt. Ganz zur Freude der vielen Besucher.

So ein bisschen weihnachtlich-winterlich war es ja schon auf dem Blieskasteler Christkindmarkt. Zwar hatte der Schnee vom kurzen Wintereinbruch am Freitagmorgen nicht bis zur Eröffnung am Nachmittag gehalten, aber richtig kalt war es schon. Und wer da bereits am Nachmittag vielleicht zu früh schon etwas tiefer in den Glühweinbecher oder das Schnapsglas geschaut hatte, der konnte leicht den Überblick verlieren. Da kam dann der leibhaftige Nikolaus, seit Jahrzehnten verkörpert von Norbert Simon, zu einem Christoph Nicklaus, Dirigent des Von-der-Leyen-Schülerchores, auf die Bühne, und das beim Christkindmarkt.


Aber im Ernst: Auch bei der immerhin schon 37. Auflage des Blieskasteler Christkindmarktes hatte dieser nichts an Anziehungskraft verloren. „Es ist einer der schönsten vorweihnachtlichen Märkte in der Region. Und dies liegt auch am besonderen Ambiente dieser herrlichen Umgebung in der Blieskasteler barocken Altstadt“, war Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener stolz auf den Blieskasteler Markt. Die Eröffnung folgt immer den selben Regularien: Der Schülerinnen- und Schülerchor des Von-der-Leyen-Gymnasiums eröffnet mit alten und neueren Weihnachtsliedern am Freitagnachmittag den Markt. Nach der Eröffnungsansprache der Bürgermeisterin, in diesem Jahr mit dem Enkel auf dem Arm, zieht dann von der Volksbank her der heilige Nikolaus ein. Und den Coca Cola-Truck-Gegnern in St. Ingbert wird wenig gefallen: Auch der Blieskasteler Nikolaus kam im colaroten Mantel daher. Seit Jahrzehnten hält er so Einzug, gibt sich den Kindern als guter Bischof und lässt sich Gedichte aufsagen. Aber, früher war halt alles besser, so toll scheint das mit den Gedichten und Weihnachtssprüchen nicht mehr zu sein.

Gleichwohl lässt sich so ein erfahrener Gottesmann auch von verkürzten oder schlecht vorgetragenen Sprüchen nicht aus der Ruhe bringen und verteilt allen Kindern auf dem Paradeplatz kleine Lebkuchennikoläuse. Der vorweihnachtlich mit einem riesigen Tannenbaum leuchtende und mit Stroh bedeckte Paradeplatz bietet auch bei der diesjährigen Auflage alles, was ein vorweihnachtlicher Markt braucht. Es gibt Weihnachtsdeko zu kaufen, und auch letzte Geschenk-
ideen lassen sich finden.

Dazu allerlei Weihnachtlich-Kulinarisches. Schon seit Jahren gibt es bei den „Pälzer Buwe un Mäd“ einen deftigen roten oder weißen Glühwein aus kräftigen Pfälzer Weinen zu probieren. Nicht fehlen darf selbstverständlich auch wieder die Sterntaler-Braterei des Chores der Schlosskirche, am Eröffnungsfreitag wie immer zubereitet von Chefbrater Horst Schmitt, und der Genuss eines Blieskasteler Sterntalers ist sozusagen obligatorisch für einen Besucher des Blieskasteler Christkindmarktes. Aber auch an den anderen Ständen und Buden gibt es viel zu probieren und zu kosten. Aber neben den vielen gezuckerten und mitunter sehr fettigen Speisen gibt es für kulinarische Puristen auch ein veganes Angebot auf dem Markt.

Höhepunkt des Blieskasteler Christkindmarktes ist immer der Sonntagnachmittag, wo sich Gäste aus der gesamten Region auf dem Markt tummeln und es oft schwierig wird mit der Parkplatzsuche. Aber bei kaltem Winterwetter macht so ein Besuch auf einem Weihnachtsmarkt eben doppelt so viel Freude.