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Sehr streng, sehr beliebt und sehr erfolgreich

Sehr streng, sehr beliebt und sehr erfolgreich

Der Professor des Jahres kommt aus dem Saarland. Markus Thomas Münter von der Hochschule für Technik und Wirtschaft wurde für innovative und praxisorientierte Lehrformate geehrt. Seine Studenten sind begeistert.

Der große Andrang bei der Preisverleihung zeigte, dass der Preisträger auch bei seinen Studenten einen guten Ruf genießt: Als Markus Thomas Münter am Donnerstag vom Hochschulmagazin Unicum zum Professor des Jahres ernannt wurde, war der Hörsaal der Hochschule für Technik und Wirtschaft voll besetzt. Der Überreichung der Urkunde folgte lautstarker Beifall aus der Studentenschaft. Besonders beachtlich, da Münter als "sehr strenger" Dozent gelte, der "nicht immer die besten Noten" gebe, wie der Dekan der Fakultät, Professor Steffen Hütter, scherzhaft feststellte.

Seit 2006 vergibt die Studentenzeitschrift Unicum, unter der Schirmherrschaft des Bundesbildungsministeriums den Titel Professor des Jahres. Damit werden Hochschullehrer ausgezeichnet, die "als echte Wegbereiter für Karrieren überzeugen" und die ihren Studenten "nicht nur theoretische Hintergründe, sondern vor allem auch praktisches Wissen und jobrelevante Fähigkeiten" vermitteln, so die Organisatoren des Wettbewerbs. In der Kategorie Wirtschaftswissenschaften/Jura gewann in diesem Jahr Professor Markus Thomas Münter, der seit 2014 Volkswirtschaft an der HTW lehrt. Die Jury lobte unter anderem die "innovativen Lehrformate", die Münter ins Leben gerufen habe. Jurymitglied Andrea Riedmann hob in ihrer Laudatio vor allem Münters Projekt "Start-ups und neue Geschäftsmodelle" hervor. In diesem Workshop präsentieren Vertreter der Wirtschaft den Studenten alljährlich interessante Firmenneugründungen und Geschäftsideen.

Im Anschluss an die Preisverleihung stellte Münter neben diesem Workshop ein weiteres Projekt vor. Beim sogenannten Innovationshub, einem Konzept, dass er aus den Niederlanden übernommen hat, sollen Studenten "liegengebliebene Geschäftsideen" der hiesigen kleinen und mittelständischen Unternehmen aufgreifen und weiterentwickeln. "Im Saarland gibt es sehr viele Unternehmen, deren Kapazität zur Umsetzung dieser Ideen begrenzt ist, diese Themen bleiben dann typischerweise liegen", so Münter. Den Einbruch der Textilindustrie im holländischen Enschede verglich er mit dem Ende von Bergbau und Stahlindustrie im Saarland. Dort sei das Konzept sehr erfolgreich gewesen, um die Unternehmen aus ihrem maroden Bestandsgeschäft zu lösen. Vielleicht könne im Saarland Ähnliches gelingen.