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Neues Zentrum für Biophysik der Saar-Uni planen Münchner Architekten

Sieger Architektenwettbewerb : So wird das Zentrum für Biophysik an der Saar-Uni aussehen

Das neue Zentrum für Biophysik auf dem Campus der Saar-Uni im Saarbrücker Stadtwald nimmt Gestalt an. Gestern wurden die preisgekrönten Arbeiten des in einem europaweiten Architektenwettbewerb ausgeschriebenen, 37 Millionen Euro teuren Neubaus im Innenministerium vorgestellt.

Den ersten Preis erhielt der Entwurf des Münchner Architektenbüros Nova Michael Beck. Bau- und Innenminister Klaus Bouillon (CDU) freute sich, „dass wir mit dem Architekten einen weiteren Schritt zur Realisierung des Forschungsgebäudes für die Biophysik gemeistert haben“.

 Zu dem im Oktober des vergangenen Jahres ausgeschriebenen Wettbewerb waren 36 Beiträge eingereicht worden. Der Saarbrücker Neubau, dem zwei alte Pharmaziegebäude auf dem Campus weichen müssen, soll Arbeitsplätze für 200 Wissenschaftler bieten. Er wird rund 3900 Quadratmeter Nutzfläche haben und soll unter anderem Domizil eines Sonderforschungsbereichs der Saar-Uni zu diesem Thema werden. Der Neubau soll bis zum Jahresende 2023 stehen. Bund und Saarland teilen sich die Baukosten.

Für Unipräsident Manfred Schmitt stehen das neue Gebäude und der Sonderforschungsbereich für eine Neuorientierung der Saar-Universität, die Forschung zunehmend über die klassischen Grenzen der wissenschaftlichen Disziplinen hinweg betreibt. Exzellenten Nachwuchs dafür zu gewinnen, sei nicht immer einfach. Ein schmucker Neubau könne aber künftig durchaus das Zünglein an der Waage sein, das es ermögliche „einen Spitzenkollegen an den Standort Saarbrücken zu bekommen“.

Für den Physikprofessor Ludger Santen, geschäftsführender Leiter des Zentrums für Biophysik, ist das gemeinsame Gebäude auf dem Campus in Saarbrücken mehr als nur ein reines Forschungszentrum. Der Neubau sei bewusst als „direkte Verbindung von Forschung und Lehre“ konzipiert, in dem auch Studenten ein- und ausgehen sollen. Darüber hinaus weise das neue Zentrum auf die wachsende Bedeutung der Physik für alle Lebenswissenschaften hin.

Im Zentrum für Biophysik wollen die Wissenschaftler der Saar-Uni unter anderem Lebensprozesse auf zellulärer Ebene untersuchen. Dabei geht es um Fragen zur Funktion des Immunsystems ebenso wie um die Entstehung von Krebs. Der Wissenschaftsrat hatte der Saar-Uni im vergangenen Jahr „eine nationale Vorreiterrolle“ bescheinigt und den Neubau empfohlen.