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Nardini-Klinikum: Der Blick geht in die Zukunft

Nardini-Klinikum : Der Blick geht in die Zukunft

Im Herbst 2020 soll die 16-Millionen-Erweiterung des Nardini-Klinikums fertig sein.

(sf) Es wurde zwar nur „ein kleines Stück Erde bewegt“, wie der Aufsichtsratsvorsitzende der Nardini Klinikum GmbH, Bernhard Unkel, den Spatenstich nannte. Aber damit wurde „ein für die Patienten und die Region wichtiges Projekt gestartet“, begrüßte der Geschäftsführer der Klinik, Frank Banowitz, die Gäste der Feierstunde.

Bis Herbst entsteht mit Förderung des Landes Rheinland-Pfalz und aus Mitteln des Krankenhausstrukturfonds ein Erweiterungsbau mit 50 Betten. Das Ministerium trägt mit 14,174 Millionen Euro 90 Prozent der förderfähigen Kosten. „Das wissen wir zu schätzen“, sagte Unkel. Bei anderen Projekten seien die Träger von Krankenhäusern froh über eine 70-prozentige Förderung. Rund 16 Millionen Euro kostet das Vorhaben.

„Wer baut, glaubt an die Zukunft. Und das tut das Nardini Klinikum“, sagte Banowitz. Mit dem achtgeschossigen Neubau wird Platz für 50 Betten in Drei- und Ein-Bett-Zimmern geschaffen. Dazu entstehen zusätzliche Untersuchungsräume mit Wartezonen. Die Endoskopie werde vergrößern und „die innere Medizin wird in einem Haus zusammengefasst“. Derzeit nutzt das Nardini Klinikum noch Räume des ehemaligen evangelischen Krankenhauses am Himmelsberg.

„Die Wege werden kürzer, die Ausstattung moderner“, merkte Banowitz an. Davon profitieren die Patienten und die Mitarbeiter. Der Anbau ist nach Aussage des Gesundheitsstaatssekretärs Alexander Wilhelm „das derzeit größte aus dem Krankenhausstrukturfonds geförderte Projekt“. Damit werde das Ziel verfolgt, den Menschen „eine gute und flächendeckende stationäre medizinische Versorgung zu bieten“.

Der Staatssekretär erinnerte an die schwierige Situation nach der Schließung des evangelischen Krankenhauses. Der Einschätzung schloss sich Oberbürgermeister Marold Wosnitza an. „Die Schließung war für die Bürger nicht nachvollziehbar“, erwähnte der Oberbürgermeister die heftige Kritik aus der Bevölkerung. „Als pragmatische Kommunalpolitiker müssen wir den Blick nach vorne richten und nicht in der Vergangenheit verharren.“

Insofern begrüßte er den „unbedingt notwendigen Neubau“ als ein wichtiges Zukunftsprojekt für die Stadt.

Die Verwaltung habe bereits ihren Teil geleistet, dass das Raiffeisen-Gelände, auf dem noch das Silo steht, als Parkplatz für das Krankenhaus genutzt werden kann (wir berichteten). Das Nardini Klinikum sei einer der größten Arbeitgeber und Ausbilder in der Stadt, stellte Wosnitza fest. „Ich freue mich schon auf die Eröffnung in eineinhalb Jahren.“

Und die einheimische Wirtschaft profitiere auch von der Baumaßnahme, sagte Unkel. Denn bei den schon vergebenen oder in Ausschreibung befindlichen Aufträgen seien trotz europaweiter Ausschreibung Unternehmen aus der Stadt und der Region zum Zuge gekommen.

Auch der Vorsitzende des Nardini GmbH-Aufsichtsrates sprach die Schließung des evangelischen Krankenhauses an. „Die Diskussion in der Stadt kann ich nachvollziehen“, sagte Unkel. „Die Sorgen waren berechtigt.“ Mit dem Anbau werde es gelingen, die stationäre medizinische Versorgung für Zweibrücken und das Umland sicher zu stellen. Die nächsten eineinhalb Jahre fordere den Mitarbeitern Einiges ab. Aber dann stehe ein modernes Krankenhaus.

So soll die Erweiterung des Nardini-Klinikums aussehen. Foto: Jan Althoff

Nach der Vorbereitung des Baugrunds mit der Pfahlgründung wird bis Sommer der Rohbau entstehen. Der Anschluss des Erweiterungsbaues an die Bestandflure beginnt Mitte 2019.