Neu auf DVD: "Verschwörung" mit Bill Nighy

Welch ein austauschbarer deutscher Titel für einen Film, der Besseres verdient hat: "Verschwörung", Untertitel "Verrat auf höchster Ebene", nennt sich dieser englische Film, der im Original schlicht "Page Eight" heißt

Welch ein austauschbarer deutscher Titel für einen Film, der Besseres verdient hat: "Verschwörung", Untertitel "Verrat auf höchster Ebene", nennt sich dieser englische Film, der im Original schlicht "Page Eight" heißt. Jene achte Seite eines Berichts bringt größte Unruhe in den britischen Geheimdienst: Eine Passage in dem Report legt nahe, dass der britische Premierminister Informationen, die US-Spione durch Folter sammelten und ihm zuspielten, nicht an den britischen Geheimdienst weitergegeben hat - um in seinen Entscheidungen freier schalten und walten zu können. Der altgediente britische Spion Johnny Worricker hat das brisante Dokument in seinem Besitz, der Premier will es zurück und verschwinden lassen - ein Intrigenspiel beginnt.

Die BBC-Produktion "Verschwörung" von David Hare (Buch und Regie) zelebriert keine Verfolgungsjagden wie bei Bond, feiert keine Retro-Ausstattungsorgie wie bei der jüngsten Kinoverfilmung von "Dame, König, As, Spion", sondern bietet - schlicht und einfach - großes Schauspielerkino mit geschliffenen, nuancenreichen Dialogen (die man sich am besten im Original anschaut). Bill Nighy, der meist in Ensemblefilmen wie "Tatsächlich Liebe" oder "Best Exotic Marigold Hotel" brilliert, ist hier in nahezu jeder Szene zu sehen. Die drohenden Klischees der Rolle - ein Spion vom alten Schlag, der Kunst sammelt und Jazz hört - umspielt er; seine Kollegen brillieren ebenfalls, darunter Ralph Fiennes, der ohne große Gesten einen bedrohlichen Premierminister spielt, der weder zur Polit-Karikatur wird noch zur Imitation realer Landesväter. Worrickers Freundschaft zu einer politisch engagierten Lektorin (Rachel Wesz) wirkt als einziges etwas bemüht, schadet dem Film im Ganzen aber nicht. tok

Erschienen bei Koch Media.

Foto: Koch Media