Bomben-Fund verstärkt Sorge um Flugsicherheit

Bomben-Fund verstärkt Sorge um Flugsicherheit

Berlin/Washington. Mit einem Verbot von Flügen aus dem Jemen hat Deutschland auf die jüngsten Paketbomben-Funde reagiert. Sowohl Frachtflüge aus dem arabischen Land als auch der Linienverkehr der nationalen Luftfahrtgesellschaft Yemenia nach Deutschland wurden nach Regierungsangaben bis auf weiteres eingestellt

Berlin/Washington. Mit einem Verbot von Flügen aus dem Jemen hat Deutschland auf die jüngsten Paketbomben-Funde reagiert. Sowohl Frachtflüge aus dem arabischen Land als auch der Linienverkehr der nationalen Luftfahrtgesellschaft Yemenia nach Deutschland wurden nach Regierungsangaben bis auf weiteres eingestellt. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) teilte mit, dass nach Bekanntwerden des Vorfalls sofort die vollständige Überprüfung aller Luftfrachtgüter aus dem Jemen angeordnet worden sei. Das betreffe nicht nur die amerikanischen Logistikunternehmen UPS und FedEx, sondern auch die deutsche DHL am Drehkreuz Leipzig. Das Luftfahrtbundesamt sei ferner angewiesen worden, allen jemenitischen Luftfahrtunternehmen, die nach Deutschland flögen, ein Einflugverbot zu erteilen. Anlass sind die Funde von zwei im Jemen mit Ziel Chicago aufgegebenen Paketen, bei denen es sich um in handelsüblichen Laserdruckern versteckte Bomben handelte. Eines wurde in einem Frachtflugzeug bei Nottingham entdeckt, nachdem es in Köln/Bonn umgeschlagen worden war - ein zweites an Bord einer Passagiermaschine in Dubai.Nach Angaben aus Sicherheitskreisen waren die Standard-Druckerpatronen mit 300 beziehungsweise 400 Gramm geruchslosem Sprengstoff PETN gefüllt. Ein ausgeklügelter Zündmechanismus hätte ersten Erkenntnissen zufolge mittels Mobiltelefon in Gang gesetzt werden können. Der entscheidende Hinweis kam den Angaben zufolge vom saudi-arabischen Geheimdienst, der am Freitag das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) informiert hatte. US-Ermittler vermuten den Terroristen Ibrahim Hassan al-Asiri hinter den Attentatsplänen. Er gilt als eine der führenden Figuren der Terrororganisation Al Qaida auf der arabischen Halbinsel. Die Bundesregierung will nun auf europäischer Ebene härtere Regeln für die Überprüfung der Luftfracht durchsetzen. Dies wird Thema der EU-Innenministerkonferenz in dieser Woche sein. Eine hundertprozentige Sicherheit ist nach Experten-Einschätzung aber kaum möglich. Sicherheitskreise sprechen bei den schwer aufzuspürenden Bomben von einer neuen Dimension. , Seite A 4: Meinung dpa/dpad

Mehr von Saarbrücker Zeitung