Tipp aus Saudi-Arabien vereitelt Anschlag

Tipp aus Saudi-Arabien vereitelt Anschlag

Washington. Viel Glück und ein Tipp in letzter Minute vom saudischen Geheimdienst. Nur diesen beiden Faktoren ist es zu verdanken, dass die in zwei Flugzeugen in Großbritannien und Dubai sichergestellten Paketbomben aufgespürt wurden, bevor sie Schaden anrichteten

Washington. Viel Glück und ein Tipp in letzter Minute vom saudischen Geheimdienst. Nur diesen beiden Faktoren ist es zu verdanken, dass die in zwei Flugzeugen in Großbritannien und Dubai sichergestellten Paketbomben aufgespürt wurden, bevor sie Schaden anrichteten. Denn die US-Sicherheitsbehörden wollen immer klarere Beweise dafür haben, dass die Sprengsätze gebaut wurden, um während des Fluges zu detonieren - und die beiden Flugzeuge zum Absturz zu bringen. John Brennen, der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, bestätigte mittlerweile, dass die Bomben wohl nicht gegen die Empfänger - jüdische Einrichtungen in Chicago - gerichtet waren. "Es war ein Rennen gegen die Zeit, sie zu finden", so Brennan. Präsident Barack Obama dankte höchstpersönlich am Wochenende dem saudischen Königshaus für die Kooperation. Die Feststellung Brennans unterstreicht, wie nahe hier eine Katastrophe ähnlich des Absturzes eines PanAm-Jets über dem schottischen Lockerbie am 21. Dezember 1988 vermieden wurde. Denn eines der Pakete wurde zunächst in Nahost auf zwei Passagierjets transportiert, nachdem es im Jemen aufgegeben worden war. Mehrere Rätsel sind für die Ermittler allerdings noch ungelöst. Das Fazit, dass die Pakete während des Fluges explodieren sollten, stützen US-Ermittler auf die Tatsache, dass es keinen Zündmechanismus gibt, der beim Öffnen gewirkt hätte. Doch unklar ist, wie eine Detonation per Handysignal funktioniert hätte, da die Frachtflugzeuge bei den geplanten Transatlantikflügen so gut wie nie in Handy-Reichweite gewesen wären. Besondere Sorge bereitet den US-Behörden, dass die beiden in Drucker-Kartuschen verborgenen Sprengsätze so raffiniert konstruiert waren, dass sie nicht durch Röntgenaufnahmen oder Bomben-Spürhunde entdeckt werden konnten. So hatten britische Spezialisten bei einer ersten Suche die Bombe mit der Substanz PETN auf dem Flughafen von Midland nicht gefunden, erst ein Hinweis aus Dubai - wo zuvor der andere Sprengsatz entdeckt worden war - brachte sie auf die richtige Fährte. Die gefährliche Fracht war zuvor am UPS-Stützpunkt Köln/Bonn umgeladen worden. Kaum noch Zweifel gibt es in den USA an der Urheberschaft des vereitelten Anschlags. Als Bombenbauer gilt mittlerweile das 28-jährige Al-Qaida-Mitglied Ibrahim Hassan al-Asiri, der sich im Jemen aufhalten soll. Al-Asiri soll auch jene "Unterwäsche-Bombe" konstruiert haben, die der im Jemen trainierte Nigerianer Umar Farouk Abdulmuttalab vergangenes Weihnachten vergeblich auf einem Flug von Amsterdam nach Detroit zu zünden versuchte. Debattiert wird derzeit in den USA, wie auf die versuchten Paketbomben-Anschläge reagiert werden soll. Im Jemen halten sich derzeit 50 US-Militärexperten auf, die die Antiterror-Einheiten des Landes trainieren. In Sicherheitskreisen hieß es gestern, wahrscheinlich sei eine "präzise Operation", vermutlich mit ferngesteuerten Drohnen, gegen Al-Asiri und dessen Unterstützer. die

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