Kommentar zum "Klimanotstand": Leere Worte

„Klimanotstand“ der EU : Leere Worte

Der Klimaschutz leidet nicht an fehlenden dramatischen Appellen und flammenden Aufrufen. Wenn die Abgeordneten des Europäischen Parlamentes geglaubt haben, mit ihrem Entschließungsantrag zum Aktionstag an diesem Freitag etwas beigetragen zu haben, sei ihnen gesagt: Es wurde genau das Gegenteil erreicht.

Weil die Menschen genug von solcher Symbolpolitik haben. Sie wollen Ergebnisse, Beschlüsse, verbindliche Absprachen. Wer das nicht liefern kann, wird das Defizit nicht mit großen Worten füllen können.

Es ist nämlich tatsächlich egal, mit welchem Begriff die ökologische Situation dieses Planeten belegt wird. Entscheidend sind die Vereinbarungen, die machbar, wirkungsvoll und nachhaltig sein müssen. Mit Aktionismus rettet man die Erde nicht. Es wäre deshalb besser gewesen zu schweigen, anstatt ein weiteres mal die Vorurteile über die Politik zu bestätigen.

Die neue Europäische Kommission hat einen Green Deal versprochen. Diese Zusage gilt und sie wird zum großen Prüfstein der europäischen Politik. Wenn Ursula von der Leyen und ihre Mannschaft in dieser Frage nichts oder zu wenig erreichen, darf sich niemand wundern, wenn sich weite Teile der jüngeren Generation von Europa als Konzept zur Lösung gemeinsamer Zukunftsfragen abwenden. Darauf kommt es an, nicht auf ein sinnfreies Papier mehr oder weniger.