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AfD bei Landtagswahl erstmals stärker als CDU

AfD bei Landtagswahl erstmals stärker als CDU

Neuer Triumph für die AfD ein Jahr vor der Bundestagswahl: Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern überholt sie erstmals die CDU – ausgerechnet in der politischen Heimat von Kanzlerin Merkel.

Die rot-schwarze Regierung in Mecklenburg-Vorpommern kann weiterregieren - trotz schwerer Verluste von SPD und CDU sowie eines erneuten Triumphs der AfD. Die Rechtspopulisten landeten bei der gestrigen Landtagswahl mit über 21 Prozent erstmals in ihrer Geschichte vor der CDU , die auf etwa 19 Prozent kam.

Die AfD profitierte ein Jahr nach der Öffnung der Grenzen offensichtlich stark vom Unmut der Bürger über die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU ), die im Nordosten ihren Wahlkreis hat. Die rechtsextreme NPD flog aus dem Landtag, auch die FDP scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde, die Grünen mussten um den Wiedereinzug bangen. Die Linke erlitt ebenfalls deutliche Einbußen.

Auch wenn Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD ) und sein Juniorpartner Lorenz Caffier (CDU ) in Schwerin an der Macht bleiben können, geht rund ein Jahr vor der Bundestagswahl damit die Erfolgsserie der AfD weiter. "Vielleicht ist das heute der Anfang vom Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels", sagte Spitzenkandidat Leif-Erik Holm. Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag, Björn Höcke, gab das gestrige Ergebnis sogleich als "Minimalziel" für den Bund aus.

SPD-Vizechef Ralf Stegner sprach nach den ersten Hochrechnungen von einer "schweren persönlichen Niederlage" von Kanzlerin Merkel. CDU-Generalsekretär Peter Tauber nannte das Ergebnis "bitter" und führte die Schlappe seiner Partei auf weit verbreiteten "Unmut und Protest" in der Bevölkerung zurück.

Im März hatte die AfD mit 24,3 Prozent in Sachsen-Anhalt ihren bislang höchsten Wahlsieg gefeiert. Nach dem gestrigen Erfolg sitzen die Rechtspopulisten jetzt in neun der 16 Landesparlamente. In zwei Wochen wird in Berlin gewählt. > e, A 4: Meinung