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Die Lolita-Affäre des Champions

Die Lolita-Affäre des Champions

Bayern-Star Ribéry sollte sich wegen Geschlechtsverkehrs mit der damals minderjährigen Prostituierten Zahia Dehar verantworten. Doch unmittelbar nach seinem Beginn wurde der Prozess wieder ausgesetzt.

Das lebendige und minderjährige Geschenk zu seinem 26. Geburtstag kam Franck Ribéry teuer zu stehen: Weil er sich im April 2009 mit der damals 17-jährigen Prostituierten Zahia Dehar vergnügt hat, sollte sich der Bayern-München-Star gestern vor einem Pariser Gericht verantworten. Kurz nach Beginn des Prozesses wurde dieser allerdings bis Januar 2014 ausgesetzt, da die Richter dem Antrag von Ribérys Anwalt stattgaben, die Verfassungsmäßigkeit zu prüfen. Denn der Gesetzesartikel zum Sex mit minderjährigen Prostituierten sei unklar formuliert. Ribéry drohen aber weiter bis zu drei Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 45 000 Euro.

Angeklagt sind auch Ribérys Schwager und Real-Madrid-Spieler Karim Benzema. Sowohl Benzema als auch Ribéry behaupten, dass sie die Liebesdienerin für volljährig hielten. Diese Version bestätigt Dehar. Persönlich erschienen war keiner der Haupt-Protagonisten. Der Skandal um die Eskapaden des verheirateten Familienvaters Ribéry war kurz vor der Fußball-WM 2010 aufgekommen. Zahia hatte sich abfällig über Ribérys schlechte Manieren und seinen Geiz geäußert, zumal er "wirklich nicht schön" sei: Magere 700 Euro habe er ihr, deren Tarif sonst bei 2000 Euro pro Liebesnacht liege, in die Hand gedrückt.

Ab dem Alter von 16 Jahren habe sie als "Kurtisane" gearbeitet, ihre Kunden in einschlägigen Pariser Nachtlokalen oder auch beim Film-Festival von Cannes getroffen.

Heute bezeichnet die junge Frau diese lukrative Aktivität als "Klammer" in ihrem Leben. Denn die bis dahin unbekannte Zahia konnte sich seither nicht nur "wieder aufrappeln", wie ihr Anwalt es formulierte, sondern derart geschickt Kapital aus der Affäre ziehen, dass sie sich inzwischen zu einer erfolgreichen Geschäftsfrau gemausert hat. Mit ihrer kurvenreichen Barbie-Gestalt und einem schüchtern-koketten Auftreten ist sie ein Liebling der Medien geworden. Ihre Geschichte erinnert an die des Hollywood-Klassikers "Pretty Woman": Im Alter von zehn Jahren kam sie aus Algerien nach Frankreich. Weil sie zunächst kein Französisch sprach, lernte sie, ihr Lolita-haftes Äußeres einzusetzen, um es zu etwas zu bringen. Zwar erklärt sie, nach dem Ribéry-Skandal monatelang nur geweint zu haben, umgab sich aber bald danach mit professionellen Mitarbeitern, die sich um ihre Homepage mit Erotik-Fotos, den Schutz ihres Namens und den Aufbau ihrer eigenen Dessous-Marke kümmerten. Modezar Karl Lagerfeld schwärmt von ihr, ihr Anwalt versichert, Zahia habe "wirklich Köpfchen". Anfang Juli eröffnet sie ein "Konditorei-Damenzimmer" in einem schicken Pariser Stadtteil. Dank des Prozesses ist die Werbung dafür bereits gesichert.