Charles und Camilla auf Deutschland-Besuch: Geschenke für "Baby Sussex"

Charles und Camilla zu Besuch : Berlin feiert die Großeltern des royalen Babys

Der jüngste Spross der Windsors macht Furore im Königreich. Charles und Camilla nehmen derweil in Deutschland Glückwünsche entgegen.

(dpa) Ein Königreich zwischen Freude und Traditions-Schock: Mit ihrem Nachwuchs haben Harry und Meghan ein besonderes Zeichen gesetzt. Die kleine Familie pocht auf Privatleben – und bricht mit royalen Regeln. Nicht sofort, sondern frühestens diesen Mittwoch wollen Prinz Harry und die Herzogin von Sussex ihren Jungen, der am Montag zur Welt kam, der Öffentlichkeit zeigen. Was die Briten ebenso verblüfft: Den Eltern gelang es sogar, den Geburtsort des Babys geheim zu halten.

Am Dienstag verdichteten sich die Gerüchte, dass Meghan in der privaten Portland Klinik in London ihr Kind zur Welt gebracht hat – einer bekannten Promi-Adresse. Ganz überraschen kann ihr Coup nicht. Seit ihrer Hochzeit vor einem Jahr gingen Harry und Meghan ihren eigenen Weg – und auch bei den Umständen der Geburt ihres ersten Kindes, wie der „Telegraph“ schrieb. Selbst die Art der Verkündung, dass das Baby zur Welt gekommen sei, erscheine als „Bruch der royalen Norm“. Das Paar hatte seinen neuen Instagram-Account genutzt und geschrieben: „It‘s a boy!“. Angeblich wollten sie vor der Geburt nicht das Geschlecht ihres Kindes wissen.

Dass Harry später in Windsor überwältigt von seinem Sohn und seiner Frau vor Journalisten sprach, brachte ihm viele Sympathiepunkte ein. Dass weder der Name, noch der Titel des Babys bekannt sind, entspricht indes der guten, alten Sitte. Britische Medien halten es auch für möglich, dass die Eltern jeglichen Titel für ihren Sohn ablehnen.

Der 34-jährige Harry ist ohnehin schon der Lieblings-Royal der Briten – deutlich vor seinem Vater Prinz Charles (70), der am Dienstag mit seiner Frau Camilla (71) zu einem viertägigen Deutschland-Besuch in Berlin ankam. Doch auch der Thronfolger tritt längst nicht mehr so distinguiert auf wie einst, sondern volksnäher.

Zum Auftakt des edlen Besuchs waren in Berlin zunächst die Türen der Mächtigen weit geöffnet. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) empfing das Paar. Anschließend war Charles erstmal allein bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dann kam auch Camilla ins Schloss Bellevue. Die Herzogin besuchte zuvor auch die Berliner Charité. Wohin das royale Paar auch ging, am Rande ging es stets um „Baby Sussex“. In der Charité nahm Camilla ein Geschenk mit „It‘s a boy“-Luftballon entgegen. Im Paket: ein Strampler mit grünem Berliner Ampelmännchen. Sie wolle das Geschenk an Harry und Meghan übergeben, versprach Camilla. „Sie werden begeistert sein.“

Auch die Großeltern gaben sich begeistert vom Nachwuchs. „I‘m very excited“, sagte die Herzogin am Brandenburger Tor auf die Frage aus dem Publikum, was sie von ihrem Baby Boy halte. Ähnlich wurde auch Charles zitiert. Rund um den Pariser Platz feierten Fähnchen-schwenkende Passanten Oma, Opa und den Nachwuchs in England.

Ein Geschenk für „Baby Sussex“ konnte auch Prinz Charles entgegennehmen. Bundespräsident Steinmeier gab ihm für sein viertes Enkelkind einen Teddy mit.

Beim Charité-Besuch gab es für „Oma Camilla“ einen Baby-Ballon. Foto: dpa/Ralf Hirschberger
London freut sich mit Harry und Meghan: Das royale Paar und ihr erstes Kind elektrisieren das Königreich, unter anderem diese Fans in Windsor. Foto: AP/Alastair Grant

Beim Besuch des für Umweltschutz engagierten Prinzen und seiner Frau soll es aber auch um anderes gehen. Der britische Botschafter in Berlin, Sir Sebastian Wood, hat Nachhaltigkeit als großes Thema ausgegeben. Bei einem Empfang im Grunewald werde etwa auf Wegwerfplastik verzichtet, hieß es. Charles und Camilla besuchen bis Freitag Berlin, Leipzig und München. Auch um Inklusion und Integration drehen sich ihre Termine. Der Brexit steht dagegen nicht im Vordergrund. Allerdings: Schon der Besuch von William, Kate und ihren Kindern George und Charlotte 2017 wurde als Charme-Offensive in Brexit-Zeiten gedeutet.