Sprachakademie kritisiert geschönte Gesetzes-Namen

Gegen Politik-Reklame : Sprachakademie kritisiert geschönte Gesetzes-Namen

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat geschönte Namen aktueller Gesetze wie „Gute-Kita-, Starke-Familien- oder Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ kritisiert.

„Solche Titulierungen verbinden Gesetzgebungsverfahren mit den Strategien der Reklame“, sagte Akademie-Präsident Ernst Osterkamp den Zeitungen des Redaktions-Netzwerks Deutschland. „Sie geben damit einen Vertrauensverlust gegenüber der Politik zu erkennen. Schon deshalb sollte man auf sie verzichten“, sagte Osterkamp. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ist eine Vereinigung von Schriftstellern und Gelehrten, die sich der Pflege der deutschen Sprache verpflichtet fühlt.

Der Politikwissenschaftler Everhard Holtmann von der Uni Halle-Wittenberg sieht kein Problem in diesen Gesetzesnamen. „Man kann darin den Sinn sehen, die Adressaten von Gesetzen stärker auf diese aufmerksam zu machen.“ Gegen diesen „positiven Signalcharakter“ sei nichts einzuwenden. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte den Trend mit dem „Gute-Kita- und Starke-Familien-Gesetz“ gesetzt.