Italien erlaubt IWF Überwachung seiner Staatsfinanzen

Italien erlaubt IWF Überwachung seiner Staatsfinanzen

Rom/Cannes. Italien steht künftig unter verschärfter Beobachtung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Das hoch verschuldete Land hat nach Angaben aus italienischen Regierungskreisen eingewilligt, sein Reform- und Sparprogramm auch vom IWF bewerten zu lassen. Bislang hatte nur die EU-Kommission den Auftrag, die Reformschritte zu überwachen

Rom/Cannes. Italien steht künftig unter verschärfter Beobachtung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Das hoch verschuldete Land hat nach Angaben aus italienischen Regierungskreisen eingewilligt, sein Reform- und Sparprogramm auch vom IWF bewerten zu lassen. Bislang hatte nur die EU-Kommission den Auftrag, die Reformschritte zu überwachen. Der IWF gilt aber als wesentlich erfahrener und genießt an den Märkten ein hohes Vertrauen. Italien gilt als nächster Wackelkandidat in der Euro-Gruppe aufgrund seiner hohen Gesamt-Schuldenlast von 120 Prozent der Wirtschaftsleistung.Der angeschlagene italienische Regierungschef Silvio Berlusconi muss jedoch um eine Parlamentsmehrheit für seine Anti-Krisen-Maßnahmen kämpfen. Deren Umsetzung hatte er auf dem G20-Gipfel der reichsten Industrie- und Schwellenländer in Cannes zugesagt. Nach dem Austritt von zwei Abgeordneten aus seiner Partei PdL hat Berlusconi im Abgeordnetenhaus aber keine absolute Mehrheit mehr. Unterdessen hat Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy dem hoch verschuldeten Italien europäische Solidarität zugesichert. "Italien ist nicht alleine." dpa

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