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Unsere Woche
Auf Wiedersehen, Rallye-WM

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Kein Motorengeheul, keine quietschenden Reifen, keine fahnenschwenkenden Zuschauer. Es ist wieder ruhig auf den Feldwegen im St. Wendeler Land. Und am Bostalsee werden sich statt bunter Rennboliden mit reichlich Pferdestärken  echte Huftiere präsentieren. Von Thorsten Grim

Auch nett, so ein Powwow. Aber der Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft, dessen Dreh- und Angelpunkte St. Wendel sowie das Service-Lager am Bostalsee waren, war doch etwas anderes: Journalisten aus aller Herren Länder berichteten, die Hatz durchs St. Wendeler Land flimmerte weltweit über unzählige Bildschirme und Zehntausende Rallye-Fans bestaunten das Spektakel vor Ort. Ein Hauch Internationalität umwehte St. Wendel, machte die Stadt und das Nordsaarland irgendwie größer, wichtiger. Auch wenn die Panzerplatte, eine der selektierendsten Pisten im Kanon der Wertungsrüfungen, auf der anderen Seite der Landesgrenze liegt. Dass Baumholder es nicht schafft, von der Rallye wirklich zu profitieren, sollte uns im Landkreis St. Wendel übrigens nicht nur herzlich egal sein, es ist auch gut so. Denn es kann nur einen (Gastgeber) geben. Auch hier gibt es eben einen Wettbewerb. Ob St. Wendel auch kommendes Jahr für ein paar Tage Zentrum der Rallye-Welt sein wird, ist offen. Aber es ist zu hoffen. Jetzt werden zahlreich Kritiker ihre Samstagszeitung verärgert auf den Tisch hauen und fragen: Was ist mit der Natur, dem Umweltschutz, den Abgasen? Was soll damit sein, entgegne ich. An weit mehr als 30 Wochenenden im Jahr wird in Deutschland Fußball gespielt – von der ersten Liga bis zur untersten Kreisklasse. Spieler, Fans, Ordner und wer noch alles involviert ist – es sind Hundertausende, wenn nicht gar Millionen –, sind dann für ihren Sport auf unseren Straßen unterwegs. Ich bin sicher, dass dabei Unmengen mehr Sprit verbrannt werden, als an dem einen Rennwochenende.