| 21:40 Uhr

Nürnberg und Düsseldorf in der Fußball-Bundesliga
Die Aufsteiger setzen auf Herz und Leidenschaft

Der Nürnberger Trainer Michael Köllner (links) und sein Düsseldorfer Kollege Friedhelm Funkel freuen sich auf die Bundesliga-Runde.
Der Nürnberger Trainer Michael Köllner (links) und sein Düsseldorfer Kollege Friedhelm Funkel freuen sich auf die Bundesliga-Runde. FOTO: dpa / Timm Schamberger
Nürnberg. Der 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf starten mit den kleinsten Etats in die neue Bundesliga-Saison. sid

Michael Köllner war offensichtlich ein bisschen aufgeregt in den vergangenen Tagen. Jedenfalls hat er glatt vergessen, seiner Lebensgefährtin, die ja bei jedem seiner Spiele dabei ist, eine Karte für die Rückkehr des 1. FC Nürnberg in der Fußball-Bundesliga zu besorgen. „Der Haussegen hängt schief“, verriet der Trainer des Aufsteigers amüsiert vor dem Spiel an diesem Samstag (15.30 Uhr) bei Hertha BSC.


Berlin ist der passende Ort für die Rückkehr der Franken nach vier Jahren Zweitklassigkeit. Vor ziemlich genau 55 Jahren, am 24. August 1963, bestritt der damals noch achtmalige deutsche und Rekord-Meister sein erstes Spiel in der neugeschaffenen Bundesliga. Der legendäre Max Morlock traf beim 1:1, für die Hertha spielte unter anderen ein gewisser Otto Rehhagel. Im Gegensatz zu damals aber ist der Club ein kleines Licht.

Kleinreden lassen will Köllner seine Mannschaft freilich nicht. „Wir sind nicht durch irgendein Losverfahren da reingekommen“, sagt er. Der Kader des Aufsteigers ist bis auf den ausgeliehenen Japaner Yuya Kuba praktisch nicht verstärkt worden, Nürnberg hat mit nur 28 Millionen Euro für die Lizenzspieler den kleinsten Etat aller 18 Erstligisten.



Fortuna Düsseldorf, vergangene Saison Meister der 2. Liga vor dem Club, hat auch nicht viel mehr (33 Millionen). „Wir haben trotz allem eine Mannschaft zusammengestellt, mit der ich sehr gut leben kann“, sagt Trainer Friedhelm Funkel. Der mit 64 Jahren älteste und erfahrenste Trainer (320 Spiele als Spieler und 459 als Trainer) nimmt die Rolle des Außenseiters gerne an. Darüber, dass die Rheinländer im Dauerkartenblock bereits ein Ticket für ein mögliches Relegationsspiel anbieten, kann der Aufstiegs-Rekordtrainer nur schmunzeln. „Wir wissen, dass wir nicht um die Meisterschaft spielen. Wir werden demütig an unsere Aufgabe herangehen“, sagt Funkel vor dem Startschuss an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg. Den Mangel an Geld wollen Nürnberg und Düsseldorf mit jeder Menge Herz und Leidenschaft wettmachen.