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Der Frische verfallen
Wenn die Milch spricht

Glosse.
Glosse. FOTO: picture alliance / dpa / Tobias Hase
Saarbrücken. Fröhliche Botschaften, wie sie jetzt auf Molkereiprodukten zu lesen sind, geben zum Nachdenken Anlass. Von Pia Rolfs

Manche möchten beim Frühstück gar nicht reden. Aber andere unterschätzten offenbar den am Frühstückstisch wertvollsten Gesprächspartner: ihre Milch.


Denn zumindest Frischmilch-Verpackungen eines Discounters verkünden neuerdings die Botschaften: „Riech mich! Probier mich! Ich bin häufig länger gut!“ Das sind erotisch aufgeheizte Sätze, die manchen Menschen möglicherweise zu früher Stunde überfordern, in der er seinen Kaffee noch gar nicht getrunken hat.

Unklar ist auch, ob die Milch wirklich die Wahrheit sagt. Denn entgegen allen Beteuerungen verabschiedet sich sich zuweilen vor dem aufgedruckten Ablaufdatum vom Stadium der Verzehrbarkeit. Dann müssten sie eigentlich rufen: „Ich bin schon schlecht! Ich flocke aus! Schütte mich weg!“ Oder, falls das erotischer klingt: „Ich bin frühreif!“



Manchmal wird die Milch aber vielleicht nur vorzeitig sauer, weil ihr niemand zuhört. Oder das aufgedruckte Datum ist in Wirklichkeit ein Scherz. In solchen Fällen handelt es sich aber gerüchteweise nicht um H-Milch. Sondern um die total locker-flockige HaHa-Milch.