1. Saarland

Lebensmittel schüttet man nicht weg

Lebensmittel schüttet man nicht weg

Mag sein, die Bauern haben sogar recht mit ihrer Forderung nach mehr Geld für den Liter Frischmilch. Auch in unserer Region klagen die Landwirte allenthalben darüber, dass sie als Erzeuger die kleinsten Teil des Kuchens abbekommen

Mag sein, die Bauern haben sogar recht mit ihrer Forderung nach mehr Geld für den Liter Frischmilch. Auch in unserer Region klagen die Landwirte allenthalben darüber, dass sie als Erzeuger die kleinsten Teil des Kuchens abbekommen. Bei den Verbrauchern werden letztlich ihre Proteste nicht ankommen, denn auch in der Milchwirtschaft hat die Globalisierung längst Fuß gefasst, und die großen Betriebe haben inzwischen eine gewisse Unabhängigkeit von der lokalen Milchwirtschaft erlangt. Und es gibt eine Überproduktion an Milch, deshalb wird die Weiterverarbeiter der Lieferboykott massive nicht kratzen. Und weil es eben mehr Milch auf dem Markt gibt, als die Verbraucher abnehmen, werden deutliche Preissteigerungen wohl ausbleiben. Gleichwohl hat natürlich schon verloren, wer nicht kämpft, und von daher ist es in Ordnung, dass die Landwirte sich beklagen. Ihre Methoden aber, die uns jeden Abend die Tagesschau vorführt, sind kritikwürdig. Unmengen von Milch einfach ins Feld, auf die Straße oder den Kühen zum Fraß vorschütten, das geht einfach nicht. Zumindest haben uns unsere Eltern gelehrt, und wir bringen unseren Kindern bei, dass man mit Lebensmitteln sorgsam umgehen muss. Warum also spenden die Landwirte nicht stattdessen die Milch an die unzähligen Tafeln, die es überall in der Republik gibt? Dann würden die Bauern der Milchwirtschaft das Schnippchen schlagen, etwas Gutes und auch noch etwas für ihr Image tun. Den Teufelskreis der Überproduktion kann aber nur der Verbraucher durchbrechen, wenn er noch mehr Milchprodukte kauft. Aber das lässt nicht jeder Geldbeutel zu.