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Bügel-Porsche: Der Targa kommt zurück

Bügel-Porsche: Der Targa kommt zurück

Die Verantwortlichen bei Porsche haben sich dazu entschlossen, ein Traditionsmodell wiederzubeleben. Mit dem Porsche 911 Targa mit Allrad-Antrieb und einem elektrisch betriebenen Glasdach will die Stuttgarter Sportwagen-Schmiede an die Ur-Version des 911 Targa aus den 60er Jahren anknüpfen.

Im Jahr 1965 wurde der Porsche 911 Targa mit feststehendem Überrollbügel und herausnehmbarem Dachelement präsentiert - benannt nach dem legendären Targa-Florio-Bergstraßenrennen, das jahrzehntelang in Sizilien ausgetragen wurde. Bei diesem Ur-Targa bestand das vordere Dachelement zwischen Windschutzscheibe und Bügel aus einem mit Kunstleder bespannten faltbaren Aluminiumrahmen und ließ sich komplett herausnehmen. Hinter dem Bügel war ein Stoffverdeck mit herunterklappbarer Plastikscheibe eingesetzt.

Später gab es eine feste und beheizbare Sicherheitsglasscheibe. Der silberfarbene Überschlagschutz trug seitlich den Targa-Schriftzug.

Mit dem Auslaufen der Elfer-Baureihe 964 erfolgte im Jahr 1994 der vorübergehende Abschied vom charakteristischen Bügel. Zwei Jahre später hielt dann eine Targa-Variante des 911er Porsche mit einem großen, elektrisch bedienbaren Panoramaglasdach Einzug.

Jetzt folgt die siebte Generation des teilweise offenen 911, ebenfalls mit einem automatisch betätigten Verdeck. Und der charakteristische Bügel kommt wieder. Porsche lässt die alte Tradition wieder aufleben, ohne dabei allzu puristisch zu sein. August Achleitner, Leiter der Baureihe 911, erklärte bei der Vorstellung des Neuen zum elektrisch betriebenen Dachelement: "Unsere Kunden mögen es eher komfortabel, keiner möchte mehr wie früher das Dach von Hand herausnehmen und im Kofferraum verstauen."

Als technische Basis dient das aktuelle 911er-Cabrio, in dessen Karosserie der breite Überrollbügel aus Stahl eingeschweißt wird. Dieser ist - wie schon der Ur-Targa - mit silberfarbenen Aluminiumelementen verkleidet und trägt wieder den Targa-Schriftzug. Die umlaufende hintere Scheibe bringt knapp 14 Kilogramm auf die Waage.

Targa-Look auf Knopfdruck

Der Clou des neuen Verdecks: Zwei Elektromotoren und vier Hydraulikzylinder setzen den gesamten Mechanismus in Bewegung. Auf Knopfdruck löst sich zuerst die komplette Heckscheibe vom Bügel und wird nach hinten gekippt. Anschließend öffnet sich die zentrale Verriegelung am Scheibenrahmen, bevor sich das Dach, das aus mit Stoff bespannten Magnesium-Platten besteht, z-förmig zusammenfaltet. Es wird eingezogen und hinter den Rücksitzen abgelegt, ehe sich zum guten Schluss die hintere Scheibe wieder schließt.

Diese große Schau des technischen Zusammenspiels funktioniert nur bei stehendem Fahrzeug. Öffnen und Schließen nehmen jeweils 19 Sekunden in Anspruch. Den neuen 911 Targa gibt es nur mit Allrad-Antrieb (erkennbar am durchgehenden Heckleuchtenband). Auch die hinten verbreiterten Kotflügel gehören zur Serienausstattung. Leistungsmäßig kann der Käufer zwischen dem Targa 4 mit Sechszylinder-Boxermotor und 350 PS/257 kW und dem stärkeren Targa 4S mit 400 PS/294 kW wählen. Der Targa 4 schafft den Sprint aus dem Stand auf 100 Kilometer pro Stunde in 5,2 Sekunden. Die S-Version katapultiert das 1,6-Tonnen-Geschoss mit optionalem Doppelkupplungsgetriebe in 4,6 Sekunden über die 100-km/h-Marke.

Seit Mitte Mai steht der neue Bügel-Porsche mit einem Grundpreis von 109 338 Euro beim Händler. Der Targa ist damit nur wenige hundert Euro billiger als das aktuelle 911er Cabrio. Die S-Ausführung beginnt ab 124 094 Euro auf der Preisliste.

Zum Thema:

Ausführung:Coupé-CabrioletPreis:109 338 EuroLänge:4,49 MeterBreite:1,85 MeterHöhe:1,30 MeterRadstand:2,45 MeterLeergewicht:1615 KilogrammZuladung:310 KilogrammGepäckraum:125LiterMotor:6-Zylinder-BoxerHubraum:3436 ccmLeistung:350PS/257kWAbgasnorm:Euro 6Spitze:282 km/h0 auf 100 km/h:5,2 SekundenNormverbrauch:9,5 Liter Super