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Pferdestärken aus der Steckdose

Pferdestärken aus der Steckdose

Die Bezeichnung E-tron steht beim Ingolstädter Autobauer Audi für Fahrzeuge mit Hybrid- und Elektroantrieb. Jetzt steht der Markenname auch hinter dem A3 Sportback. Der an der Steckdose aufladbare Wagen soll laut Audi in der Norm nur 1,6 Liter Super verbrauchen.

Die Audi-Manager lassen den ersten Plug-in-Hybrid der Marke - ein Auto, dessen zusätzlicher Elektromotor auch über eine Steckdose geladen werden kann - auf den gleichen Bändern produzieren wie die normalen A3-Varianten. Die Ingolstädter können dadurch flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren, denn keiner weiß, wie sich die Verkäufe entwickeln werden.

Audi hat den fünftürigen A3 Sportback e-tron als vollwertiges Auto ausgelegt. Das gilt für Reichweite und Geschwindigkeit. Die Sorge, zu viel Zeit beim Nachladen zu verlieren, ist unbegründet. An einer Haushaltssteckdose beträgt die Ladezeit der Akkus laut Audi weniger als vier Stunden. Im e-tron arbeiten ein Elektromotor mit 102 PS/75 kW und ein Benziner, der 1.4 TFSI, mit 150 PS/110 kW. Die Kraft addiert sich zur Systemleistung von 204 PS/150 kW und einem stolzen Gesamtdrehmoment von 350 Newtonmetern.

50 Kilometer nur mit Strom

Der Hybrid-Audi sprintet in 7,6 Sekunden von null auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 222 km/h. Rein elektrisch sind 130 km/h Spitze möglich. Die Angst, liegenzubleiben, ist beim e-tron unbegründet. Bei zurückhaltender Fahrweise reicht die Akku-Kapazität von 8,8 Kilowattstunden für gut 50 Kilometer rein elektrisches Fahren, wie erste Testfahrten zeigten. Die Batterien müssen dazu freilich komplett aufgeladen sein. Dank Benzinmotor und 40-Liter-Tank ergibt sich eine Gesamtreichweite von mehr als 900 Kilometern.

Wer größere Strecken überwiegend elektrisch und preisgünstig fahren will, profitiert auch von der Energie-Rückeinspeisung beim Bremsen. Bei üblichen Bremsvorgängen übernimmt der Generator allein die Verzögerung, erst fürs starke Bremsen muss man aufs Bremspedal steigen. Die Lithiumionen-Akkus können also auch während der Fahrt aufgeladen werden. Dann kann man zum Beispiel am Ende einer längeren Strecke abgasfrei in die Innenstadt fahren. Dazu reicht oft auch der Modus "Ladezustand halten", denn dann schaltet sich unterwegs öfter der Benzinmotor ein.

Auf einer Rundstrecke von gut 100 Kilometern durch teilweise bergiges Gelände fuhren wir gut zwei Drittel mit Strom und etwa ein Drittel mit Benzin. Das ergab einen Durchschnittsverbrauch von rund drei Litern auf 100 Kilometer. Der Normverbrauch ist mit 1,6 Liter Super angegeben, was einem CO{-2}-Ausstoß von 37 g/km entspricht.

Vom Aussehen her weicht der Audi A3 e-tron kaum von seinen Schwestermodellen ab. Nur die verdeckte Buchse für das Ladekabel am Kühlergrill unter dem geänderten Vier-Ringe-Signet und der 100 Liter kleinere Laderaum fallen auf. Das Gepäckraumvolumen reicht aber noch von 280 bis 1120 Liter. Die Batterien für den Elektroantrieb liegen im hinteren Fahrzeugbereich unter den Rücksitzen. Daher baut Audi eine andere Hinterachse ein und verlagert den Tank.

Unter 40 000 Euro

Audi bietet den A3 e-tron zu einem Preis ab 37 900 Euro an. Der Plug-in-Hybrid kostet damit etwas weniger als der als reines Elektroauto in Leichtbauweise konzipierte BMW i3, wenn dieser mit optionalem 0,65-Liter-Zweizylindermotor als Reichweitenverlängerer geordert wird. BMW verlangt für diese i3-Ausführung 34 950 Euro plus 4500 Euro.

Die Ladebuchse des A3 e-tron hat Audi unter den vier Ringen im Kühlergrill versteckt.

Zum Thema:

Ausführung:KompaktwagenPreis:37 900 EuroLänge:4,31 MeterBreite:1,78 MeterHöhe:1,42 MeterRadstand:2,45 MeterLeergewicht:1540 KilogrammZuladung:510 KilogrammGepäckraum:280 - 1120 LiterMotor:4-Zylinder-Benziner plus ElektromotorHubraum:1395 ccmLeistung:150 PS/110 kW (Benziner) plus 102 PS/75kW (Elektro)Drehmoment:350 Nm gesamtAbgasnorm:Euro 6CO{-2}-Ausstoß:37 g/kmSpitze:222 km/h0 auf 100 km/h:7,6 SekundenNormverbrauch:1,6 Liter Super