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Facebook für Fahrzeuge

Facebook für Fahrzeuge

Deutschland ist ein Autoland. Viele Menschen hier pflegen eine ganz besondere Beziehung zu ihren Fahrzeugen. Die Firma Motory bietet nun eine Internet-Plattform an, auf der Autobesitzer ihre Schätze online dokumentieren, verwalten und ausstellen können.

Der Deutsche und sein Auto - über dieses Verhältnis kursieren eine Menge Klischees. Das Bild vom autoliebenden Bundesbürger scheint das soziale Netzwerk Motory jedenfalls zu bekräftigen. Vor drei Jahren wurde die Seite, die manchmal auch als "Facebook für Autos" bezeichnet wird, von drei Hamburgern online gestellt. Seit diesem Jahr ist die Mitgliederzahl fünfstellig.

Motory möchte sowohl einen Service als auch eine Community für Autoenthusiasten bieten. Neben einem persönlichen kann der Nutzer auch ein Profil für das eigene Auto oder Motorrad anlegen. "Darauf kann alles festgehalten werden, was das eigene Fahrzeug betrifft. Beispielsweise wann zuletzt Öl gewechselt und welches dabei verwendet wurde. Aber auch wann die letzte Inspektion war oder die Bremsen zuletzt überprüft wurden, kann eingetragen werden", erklärt Jens Schüren, Sprecher von Motory. Eine Erinnerungsfunktion soll den Nutzer rechtzeitig zum Beispiel über die nächste Tüv-Untersuchung informieren.

Papierberge ade

Was früher also in einem Ordner mit vielen Papieren festgehalten wurde, wird dem Fahrzeugbesitzer bei Motory als digitales Servicebuch geboten. Beim Kostencheck können alle anfallenden Kosten, wie Sprit, Versicherung und Parkgebühren, eingetragen werden. So kann der Fahrzeugbesitzer herausfinden, wie sehr das Auto die eigene Geldbörse belastet.

Doch neben harten Fakten teilen Nutzer auch gerne persönliche Erlebnisse, die sie mit ihren Fahrzeugen hatten. Denn ähnlich wie bei Facebook können die User verschiedenste Beiträge auf der Plattform posten. Nur sind es hier nicht Katzenvideos oder Selfies, sondern alles rund um das Thema Auto und Motorrad. "Wir haben da beispielsweise einen Nutzer, der über 300 000 Kilometer mit seinem alten Opel Kadett gefahren ist. Das Auto sieht aus wie frisch aus dem Fluss gefischt, aber der Fahrer hat viel Spaß daran, damit durch Europa zu fahren und seine Erlebnisse zu teilen", erzählt Schürer.

Dabei ginge es natürlich, wie bei anderen sozialen Netzwerken, auch ein wenig um Selbstdarstellung. Wer sich neue Felgen zugelegt hat, präsentiere diese auch gerne mal der Community. Dies könne aber auch einen ganz praktischen Nutzen haben. Denn Motory ist nicht nur ein soziales Netzwerk, sondern auch eine Verkaufsplattform für gebrauchte Autos.

Motory ist laut Eigenwerbung die erste Webseite ihrer Art und derzeit nur im deutschsprachigen Raum verfügbar. Zwar habe man auch Pläne zu expandieren. "Der Fokus liegt derzeit aber eindeutig auf dem deutschsprachigen Raum", sagt Schürer. Einer Untersuchung des Allensbach-Instituts für Demoskopie zufolge gibt es alleine in Deutschland rund neun Millionen Autoenthusiasten. Ein großes Publikumspotenzial für Autofreunde also.