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Fußball: Koffi ist auf dem besten Weg zum Fanliebling

Fußball : Koffi ist auf dem besten Weg zum Fanliebling

Der Stürmer könnte zum Glücksfall für die SV Elversberg werden.

Vier Tore in fünf Testspielen, Fallrückzieher im Training und im Spiel, Szenenapplaus der Fans – Kevin Koffi ist seit zwei Wochen beim Fußball-Regionalligisten SV Elversberg unter Vertrag und auf dem besten Weg zum Publikumsliebling. „Das war irgendwie bei allen Stationen bislang so. Ich habe wohl einen Spielstil, der den Fans gefällt“, sagt der 31-jährige Stürmer von der Elfenbeinküste vor der Generalprobe an diesem Samstag (18 Uhr) beim luxemburgischen Erstligisten FC UNA Strassen.

Beim jüngsten 2:0-Testspielsieg gegen den FC Homburg schoss Koffi zwar kein Tor, bereitete aber das 2:0 mit einem Fallrückzieher vor. Mit 31 Jahren in einem Meter Höhe quer in der Luft zu liegen und vor Akrobatik zu strotzen, das können in diesem Alter nicht mehr viele. „Ich fühle mich eher wie 25, nicht wie 31. Ich liebe diese Sachen, Tricks oder Fallrückzieher“, sagt der dreifache Familienvater, der mit 16 Jahren von der Elfenbeinküste nach Italien zum FC Modena wechselte. „Meine Mutter lebte in Italien. Zudem ist es der Traum eines jeden Kindes von der Elfenbeinküste, in Europa Fußball zu spielen“, erklärt der Torjäger.

Beschlagen mit massivem Fußballtalent und exklusivem Torriecher versuchte Koffi sein Glück in Italien und stand schon bald auf den Listen der Serie-A-Clubs Juventus Turin, AS Rom und Sampdoria Genau. Allerdings machte eine Knieverletzung alle Hoffnungen auf eine Weltkarriere zunichte. „Es war ein Knorpelschaden. Ich musste ein Jahr pausieren. Es war eine extrem harte Zeit. In dieser habe ich gemerkt, wer meine echten Freunde sind – und dass nur meine Familie ein richtiger Rückhalt für mich ist. In dieser Zeit habe ich auch den Weg zu Gott gefunden. Ich bin viel gläubiger geworden“, erzählt der 31-Jährige.

Wieder fit, probierte es Koffi mit 24 Jahren dennoch bei AS Rom in der legendären Mannschaft um Francesco Totti. Doch Koffi schaffte den Anschluss nach der Verletzung nicht mehr und wechselte nach Belgien, wo er bis zur vergangenen Saison bei Zweit- und Drittligisten kickte. Den Wechsel nach Elversberg erklärt der neue Trainer Karsten Neitzel: „Wir bekommen extrem viele E-Mails, in denen uns Spieler angeboten werden. Viele wandern sofort in den Papierkorb. Bei Kevin las sich das interessant. Deswegen haben wir ihn mit ins Trainingslager genommen. Uns war relativ schnell klar, dass wir so jemanden holen wollen.“

Koffis Frau und Kinder wohnen in Brüssel, wo der Stürmer beim Drittligisten Withe Star seine letzte Station hatte. „An freien Tagen bin ich ganz schnell in Brüssel. Ich bleibe zunächst einmal alleine in Elversberg. So kann ich mich auch voll auf meinen Job konzentrieren“, sagt der 31-Jährige, der für zwei Jahre unterschrieben hat. Persönliche Ziele hat er nicht. „Ich möchte mit der SVE in die 3. und von mir aus auch in die 2. Liga aufsteigen. Wenn das Team gut spielt, spiele ich auch gut“, sagt Koffi, überlegt und sagt: „Ich möchte so schnell es geht die deutsche Sprache lernen. Ich werde einen Kurs machen.“ Italienisch, Spanisch, Englisch und Französisch spricht er bereits. Ein Multitalent, auch mit dem Ball.

„Als ich ganz am Anfang nach Italien kam, habe ich fast nur Tricks gemacht. Das war zu viel, das haben mir meine Trainer auch gesagt. Und ich habe mich verbessert“, betont Koffi. Um sich in die Herzen der SVE-Fans zu spielen, reichen die Tricks noch aus. Vor allem, wenn sie so effektiv ausgehen wie in den bisherigen Testspielen. Und spätestens am zweiten Spieltag, wenn die SV Elversberg den 1. FC Saarbrücken zum Gigantenduell an der Kaiserlinde empfängt (2. August), kann Koffi mit seinen Aktionen zum Helden der Anhänger werden.