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Handball: Hoffen auf Traumlos nach historischem Sieg

Handball : Hoffen auf Traumlos nach historischem Sieg

Die HG Saarlouis hat erstmals in einem Pflichtspiel einen Erstligisten geschlagen. Der Gegner im Pokal-Achtelfinale steht morgen fest.

Der Erfolg der HG Saarlouis von Sonntagabend ist historisch. Mit dem 28:27-Sieg im Zweit­rundenspiel des DHB-Pokals gegen den VfL Gummersbach gelang dem Handball-Zweitligisten aus dem Saarland etwas, was ihm bisher noch nie gelungen ist: ein Pflichtspiel-Sieg gegen einen Bundesligisten. Nun steht die HG im Achtelfinale, dessen Spielpaarungen morgen im Rahmen des Supercups in der Stuttgarter Porsche-Arena ausgelost werden. Neben der HG befinden sich mit dem Bergischen HC nur ein weiterer Zweitligist und mit dem TuS Ferndorf ein Drittligist im Los-Topf. Die Chancen auf ein Duell mit einem der 13 verbliebenen Erstligisten stehen also sehr gut. Die Runde der letzten 16 wird am 17. und 18. Oktober ausgespielt.

„Wir freuen uns sehr über diesen Sieg, aber wir bleiben unserem Motto treu: Bei Rückschlägen nicht die Nerven verlieren und bei Erfolgen – sollten sie auch noch so schön sein – nicht zu euphorisch werden“, sagt der HG-Vorsitzende Richard Jungmann: „Durch den Sieg haben wir keinen Bonus für die Runde.“

Dennoch lobt Jungmann den „vollen emotionalen Einsatz“ der Mannschaft. Der Vorsitzende war als Trainer am Spielfeldrand, als die Saarlouiser Handballer zuletzt im Pokal-Achtelfinale standen. Das war im April 1981 als Regionalligist und unter dem Vereinsnamen SC Saargold Lisdorf. Damals hieß der Gegner, wie am Sonntag, VfL Gummersbach. Gegen die unter anderem mit Heiner Brand und Andreas Thiel topbesetzten Favoriten unterlagen die Saarländer deutlich mit 14:21.

Dank einer bärenstarken Abwehrleistung und des gut aufgelegten Torwarts Patrick Schulz kam es am Sonntagabend nicht zu einer Niederlage gegen den fünfmaligen Pokalsieger aus Gummersbach. In der Offensive ragten Spielmacher Julius Lindskog Andersson und die Junioren-Nationalspieler Jerome Müller und Lars Weissgerber heraus. Letztgenannte erzielten zusammen die Hälfte der Saarlouiser Treffer: Weissgerber acht, Müller sechs. „Wenn man gegen einen Erstligisten gewinnt, ist man schon sehr zufrieden“, stellt Trainer Jörg Bohrmann lachend fest. Jungmann kann dem nur zustimmen: „Umso bemerkenswerter ist dieser Sieg einzuschätzen, wenn man bedenkt, dass drei wichtige Spieler aussetzen mussten. Dass wir einen breiteren Kader haben als in den Jahren zuvor, hat hier schon Wirkung gezeigt.“ Pascal Noll, Peter Walz und Arthur Muller fehlten verletzungsbedingt.

Nach dem mühevollen 31:30-Erstrundensieg nach Siebenmeter-Werfen gegen Drittligist TV Großwallstadt haderte der Trainer noch mit seinen Schützlingen. Im Zweitrundenspiel machten diese vieles besser. „Das war eine große Steigerung. Wir haben eine bessere Angriffs-, Abwehr- und Passqualität an den Tag gelegt, weniger technische Fehler produziert und sind geduldig geblieben – selbst in schwierigen Phasen“, lobt Bohrmann. Nicht ohne zu verschweigen, dass er selbst bei der Sensation gesehen habe, „dass wir einige Dinge noch verbessern können und an Stellschrauben drehen müssen. Ich wünsche mir manchmal noch mehr Ruhe im Spiel und im Abwehrbereich mehr Aufmerksamkeit und schnelleres Umschalten.“

Über ein Wunschlos für das Achtelfinale hat sich Bohrmann noch keine Gedanken gemacht. „Hauptsache zu Hause, damit unsere Fans dieses Spiel miterleben können. Wenn es dann der THW Kiel oder die Rhein-Neckar-Löwen werden, beschwere ich mich nicht.“ Auch zwei Saarländer sind übrigens noch dabei: Yves Kunkel mit dem SC DHfK Leipzig und Daniel Fontaine mit Frisch Auf Göppingen.