1. Sport
  2. Fußball

Mit der Auslosung beginnt der neue Anlauf auf den Henkelpott

Fußball : Erneuter Anlauf auf den Henkelpott

Die Gruppen in der Champions League werden ausgelost. Eintracht Frankfurt kämpft noch um den Startplatz in der Europa League.

Karl-Heinz Rummenigge will die „Muskeln spielen lassen“, Hans-Joachim Watzke möchte kein Versteckspiel. Vor der Gruppenauslosung in der Champions League sitzt die Enttäuschung über das kollektive Desaster der Vorsaison immer noch tief. Die Branchenführer im deutschen Fußball wollen wieder angreifen, vor der Zeremonie im Grimaldi Forum an diesem Donnerstag (18 Uhr/Eurosport) in Monaco gehören sie aber nicht mehr zu den großen Favoriten auf den Henkelpott. Ilkay Gündogan zählte jedenfalls neben seinem Team Manchester City spontan nur Titelverteidiger FC Liverpool, Juventus Turin, FC Barcelona „und vielleicht Atlético Madrid“ als Anwärter auf.

Die Bayern und Dortmund fielen dem deutschen Nationalspieler offenbar nicht ein, RB Leipzig und Bayer Leverkusen als weitere deutsche Starter schon gar nicht. „Die Bundesliga muss sich anstrengen in diesem Jahr“, fordert Bayern-Vorstandschef Rummenigge: „Es geht auch um die Starterplätze, auch da müssen wir aufpassen, dass wir keinen Platz verlieren, das wäre fatal.“

Die Bayern sind als deutscher Meister immerhin automatisch im Topf der besten acht Teams gesetzt. Das schützt aber nicht vor einer harten Gruppe – möglicherweise mit Real Madrid und Inter Mailand. In Topf zwei sind auch Vorjahresfinalist Tottenham Hotspur oder das in München ungeliebte Team von Atlético Madrid einsortiert und könnten die Bayern zu frühen Gruppenduellen herausfordern.

Auch Borussia Dortmund ist von der Uefa in Topf zwei eingeordnet, Bayer Leverkusen liegt in Topf drei und RB Leipzig in Topf vier. Deutsche Duelle sind in der Gruppenphase nicht möglich. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Leverkusen und Leipzig aus den oberen Töpfen echte Kracher vom Format Liverpool, Man City, Barcelona, Paris Saint-Germain oder eben auch Real und Atlético erwischen.

In der vergangenen Saison waren die Bayern (gegen Liverpool), Dortmund (Tottenham) und Schalke (Manchester City) allesamt schon im Achtelfinale gegen englische Teams ausgeschieden. 1899 Hoffenheim hatte bereits die Gruppenphase nicht überstanden. „Es gibt immer verschiedene Phasen. In diesem Jahr ist es gut für die Engländer gelaufen. Mal sehen, wie es weiter geht“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: „Ich glaube, dass der deutsche Fußball sich nicht verstecken muss.“

Als Vorbild für die deutschen Europacup-Starter wurde von vielen Bundesliga-Protagonisten Eintracht Frankfurt für den Siegeszug bis ins Halbfinale der Europa League auserkoren. In der für die Startplätze relevanten Fünfjahreswertung konnte die Bundesliga dank der von Frankfurt gewonnenen Zähler als Vierter trotz der schlechten Königsklassen-Bilanz ihren Vorsprung vor dem Fünften Frankreich ausbauen. Die ersten vier Ligen (derzeit England, Spanien, Italien, Deutschland) haben vier Startplätze in der Champions League sicher.

In der Europa League, deren Gruppen am Freitag (13 Uhr/Eurosport) ebenfalls in Monaco ausgelost werden, sind diesmal Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg fix dabei. Frankfurt muss im Playoff-Rückspiel an diesem Donnerstag (20.30 Uhr/RTL Nitro) einen 0:1-Rückstand gegen Racing Straßburg aufholen, um wieder in der Gruppenphase starten zu können. „Ich habe vor allem Erwartungen an unser eigenes Team, dass es wieder mit so viel Herzblut, Willen und Engagement auftritt. Das war in der vergangenen Saison schon vorbildlich“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic. Neuzugang Bas Dost kann noch nicht helfen. Der Stürmer ist nicht spielberechtigt für die Partie. Die Hoffnungen der Eintracht ruhen folglich auf dem weiterhin wechselwilligen Kroaten Ante Rebic.