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Bundesliga: Der Titelhamster wechselt die Borussia

Bundesliga : Der Titelhamster wechselt die Borussia

Mönchengladbach bezahlt für den Dortmunder Weltmeister Matthias Ginter die neue Vereinsrekord-Ablöse von 17 Millionen Euro.

Für Matthias Ginter ging es ganz schnell: Nur 40 Stunden nach dem Confed-Cup-Sieg von St. Petersburg stellte sich der Fußball-Nationalspieler bei seinem neuen Club Borussia Mönchengladbach vor – noch ein wenig müde, aber voller Tatendrang. Der 23-Jährige wechselt für die Vereinsrekord-Ablöse von 17 Millionen Euro vom Pokalsieger Borussia Dortmund an den Niederrhein. In Gladbach will der Weltmeister in eine Führungsrolle schlüpfen, sagte er gestern: „Einer jungen Mannschaft, in der wahnsinnig viel Potenzial steckt, als Führungsspieler voranzugehen, ist eine super Perspektive.“

Am Montagmittag war Ginter in Frankfurt gelandet, „dann sind wir gleich nach Mönchengladbach gefahren, um uns die ersten Wohnungen und Häuser anzuschauen“, berichtete der Abwehrspieler. Beim Abendessen tauschte er sich mit Trainer Dieter Hecking aus, der ihn „ganz, ganz oben auf der Liste“ hatte. Gestern folgten der Medizincheck und die Unterschrift unter dem Vertrag bis 2021.

Mit Ginter hat sich Gladbach einen Titelhamster geholt. Der Confed Cup war die vierte Trophäe, die der Abwehrspieler seit 2014 in den Händen hielt. Weltmeister, DFB-Pokalsieger, Supercupsieger, dazu die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro – der Neu-Gladbacher hat in drei Jahren Erfolge gefeiert, die in dieser Kombination niemand vorzuweisen hat.

Um im nächsten Jahr bei der WM in Russland zu spielen, muss er auch in der Liga regelmäßig zu Einsätzen kommen. In Dortmund, wo er in drei Spielzeiten 102 Pflichtspiele bestritt, wären seine Einsatzzeiten nach der Verpflichtung des Leverkuseners Ömer Toprak wohl deutlich eingeschränkt worden. So kam es zu seinem Wechselwunsch. In Gladbach soll er den Dänen Andreas Christensen ersetzen, der nach seiner Ausleihe zum englischen Meister FC Chelsea zurückkehrt. Und er soll mithelfen, nach der enttäuschenden Saison mit Platz neun wieder den internationalen Fußball ins Visier zu nehmen.

Ginter zog einen Stammplatz in der Bundesliga dem wohl höher dotierten Engagement in England vor. Auch Tottenham Hotspur hatte angeblich um die Dienste des Abwehrspielers gebuhlt.