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Handreichungen zur Selbsthilfe

Sich als Betroffener aus der Sucht zu befreien, ist schwer genug. Doch auch Angehörige haben es oft nicht leicht. Foto: Foerster/dpa
Sich als Betroffener aus der Sucht zu befreien, ist schwer genug. Doch auch Angehörige haben es oft nicht leicht. Foto: Foerster/dpa FOTO: Foerster/dpa
St Wendel. Zum vierten Mal organisiert der Landkreis St. Wendel den Selbsthilfetag. Am Samstag, 3. September, sind von 10 bis 15 Uhr Selbsthilfegruppen auf dem St. Wendeler Schlossplatz vertreten. Im Vorfeld des Aktionstages stellt die Saarbrücker Zeitung einige der Gruppen vor. Jennifer Sick

"Nur du allein kannst es schaffen, aber du schaffst es nicht allein". Das ist das Motto der St. Wendeler Suchtselbsthilfe (SSH). Eigentlich bezieht es sich auf die Suchtkranken selbst, doch es gilt genauso für deren Angehörige. Auch sie sind mit der Situation überfordert und verlieren sich selbst aus den Augen. Ein Zustand, der im Alleingang oft nicht zu bewältigen ist. Aus diesem Grund gibt es bei der SSH seit 2008 auch eine Selbsthilfegruppe für die Angehörigen von Suchtkranken. Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat treffen sich die Mitglieder, jeweils um 19 Uhr in den Räumen der SSH in der Brühlstraße, um über Probleme zu sprechen und sich gegenseitig zu stützen. "Oft sind es die Partner von Suchtkranken", erklärt Silvia Schäfer, die Sprecherin der Gruppe. "Es kommen aber auch Kinder, Eltern und Freunde." Das Alter der Teilnehmer sei unterschiedlich. Was die Mitglieder eint, ist ihre Suche nach Unterstützung. "Uns geht es vor allem darum, den Leuten klarzumachen, dass sie selbst nicht zu kurz kommen dürfen", sagt Schäfer über das Ziel der Gruppe.


"Oft verlieren die Angehörigen sich selbst aus den Augen, aber sie sind genauso wichtig wie die Betroffenen."

Um dieses Ziel zu erreichen, darf sich jeder bei den Treffen zu Wort melden und über seine Befindlichkeiten, seine Ängste, Probleme und positive Erlebnisse berichten. Die Probleme, die auftauchen, sind oft ähnlich. "Aber wir üben auf niemanden Druck aus", so Schäfer. "Niemand wird zu etwas gedrängt."



Zusätzlich zu den Gruppentreffen wird den Mitgliedern dreimal im Jahr auch ein Treffen mit den Betroffenen zusammen angeboten. "Das ist eine große Bereicherung", erklärt Silvia Schäfer, denn innerhalb der Familie könne man oft nicht so frei über die Suchterkrankung sprechen. "Das ist immer in Konflikte eingebunden." Auch ein gemeinsames Wochenendseminar wird zweimal im Jahr veranstaltet.

Wer möchte, kann beim Selbsthilfetag am Samstag, 3. September, auf dem St. Wendeler Schlossplatz Kontakt zu der Gruppe aufnehmen und sich über deren Angebot informieren. "An diesem Tag möchten wir ein Zeichen nach außen setzten", so Schäfer. "Wir möchten zeigen, dass es uns gibt, denn in unseren Räumen werden wir nicht gesehen."

Kontakt: Silvia Schäfer,

Tel. (01 78) 9 09 90 25.