| 20:16 Uhr

Basketball
Eine beeindruckende Machtdemonstration

De US-Amerikaner Jack Tisdale (am Ball) brachte die Saarlouis Sunkings in einem lange Zeit ausgeglichenen Finale auf die Siegerstraße. Hier setzt er sich gleich gegen zwei Herrensohrer Spieler durch und zieht zum Korb.
De US-Amerikaner Jack Tisdale (am Ball) brachte die Saarlouis Sunkings in einem lange Zeit ausgeglichenen Finale auf die Siegerstraße. Hier setzt er sich gleich gegen zwei Herrensohrer Spieler durch und zieht zum Korb. FOTO: Thomas Wieck
Ludweiler. Die SG Saarlouis-Roden/Dillingen hat sechs von sieben Titeln im saarländischen Basketball-Pokal gewonnen. Nur die Damen mussten sich geschlagen geben. Von David Benedyczuk

Fast das gesamte Spiel hatten die Anhänger des TuS Herrensohr ihr Team lautstark angefeuert. Es fehlte nicht viel, und sie hätten Abteilungsleiter Moritz Winckel nach dem Herrenfinale um den Saarlandpokal aufgrund einer Wette nackt durch die Ludweiler Warndthalle laufen sehen.


Lange stand der Außenseiter aus der Oberliga gegen die favorisierten Saarlouis Sunkings, die mit einem gemischten Team aus Regional- und Oberliga-Akteuren angetreten waren, vor einer faustdicken Überraschung: Bis 1:45 Minuten vor Ende schien beim 80:80 alles möglich. Dann aber brachte der US-Amerikaner Jack Tisdale den Favoriten wieder auf Kurs, auf der Gegenseite verpasste der stark agierende Ex-Saarlouiser Michael Klein den Ausgleich, woraufhin Edgar Schwarz per Dreier zum 85:80 für die Vorentscheidung sorgte – danach waren nur noch der Saarlouiser Anhang zu hören. Am Ende siegten die „Sonnenkönige“ mit 90:81 (36:37) und setzten damit den Schlusspunkt hinter ein langes Basketball-Wochenende, dem Sunkings-Trägerverein SG DJK Roden/BBF Dillingen mit sechs von sieben Pokal-Triumphen den Stempel aufdrückte.

Das Herren-Endspiel gehörte zu den engeren Entscheidungen, was auch daran lag, dass Sunkings-Trainer Dennis Mouget auf angeschlagene Leistungsträger wie Ricky Easterling und Hari Mujkanovic verzichten musste und es für den Tabellenvierten der Regionalliga das dritte Spiel in 48 Stunden war. Am Freitag gelang mit dem 80:72-Halbfinalsieg über den gut mithaltenden Oberliga-Neuling TBS Saarbrücken der Finaleinzug, tags darauf gewann Saarlouis sein Regionalliga-Heimspiel gegen die Tigers Tübingen mit 91:81 (51:41) – gefolgt von der Krönung des perfekten Marathon-Wochenendes gegen Herrensohr.

„Es lief enger als geplant. Jetzt sind wir froh, dass wir doch nochmal die Kurve gekriegt haben“, sagte der Saarlouiser Alexander Diederich. „Herrensohr ist mit viel Energie ins Spiel gegangen – ganz im Gegensatz zu uns. Sie haben es insgesamt gut gemacht“, lobte Schwarz (zehn Punkte) den Gegner, bei dem sich die Enttäuschung in Grenzen hielt: „Letztlich hat sich die größere Routine durchgesetzt. Das Wochenende hat trotzdem Spaß gemacht. Wir können mit uns zufrieden sein“, sagte Klein, mit 17 Zählern neben Kapitän Jan Brinkmann bester TuS-Werfer. Für Saarlouis war Tisdale mit 23 Punkten Top-Schütze, Alan Bedirhanoglu steuerte 20 Zähler bei.

Zuvor hatte der ATSV Saarbrücken das Frauen-Finale mit 66:50 (28:17) gegen Roden-Dillingen gewonnen und somit einen kompletten SG-Triumph in Ludweiler verhindert. Kurios: Im Vorjahr hatte der ATSV noch als SG mit dem TV Saarlouis gegen die DJK Roden den Titel geholt, jetzt standen einige damalige Mitspielerinnen – etwa Caroline Meier oder Sarah Belzer – für den Gegner auf dem Feld. Die Saarlouiserin Finja Lui räumte nach der Niederlage ein: „Es war kein gutes Spiel von uns. Wir haben sie in der Meisterschaft zwei Mal geschlagen, heute waren wir einfach nicht aggressiv genug.“



In den Nachwuchs-Endspielen gab es an der SG dagegen kein Vorbeikommen. Gleich zwei Titel heimste am Sonntag Max Hessz ein. Der 13-Jährige gewann am Vormittag mit der U16 das Finale gegen den TuS Ensdorf 83:54, später mit der gemischten U14 gegen die SG Illingen/Ottweiler mit 77:52 – wobei Hessz jeweils zu den Leistungsträgern zählte. „Es war ein anstrengender Tag. In der U16 haben wir vor allem gut verteidigt. In der U14 war es spannender, da haben wir mit einer starken ersten Hälfte die Basis gelegt“, so die Saarlouiser Nachwuchshoffnung.

Dieter Kirsch, Abteilungsleiter bei der DJK Roden, bilanzierte: „Wir wollten natürlich auch bei den Damen gewinnen, aber der ATSV hat um eine Klasse besser gespielt als vor drei Wochen im Ligaspiel, das wir in Saarbrücken mit 51:46 gewannen. Mit dem Abschneiden insgesamt sind wir aber sehr zufrieden.“