| 21:00 Uhr

Oberthaler Pfarrkirche
St. Stephanus strahlt heller denn je

Blick von der Empore in die frisch renovierte Pfarrkirche St.Stephanus in Oberthal. Am Sonntag wurde deren Wiedereröffnung gefeiert.
Blick von der Empore in die frisch renovierte Pfarrkirche St.Stephanus in Oberthal. Am Sonntag wurde deren Wiedereröffnung gefeiert. FOTO: B & K / Franz Rudolf Klos
Oberthal. Als Folge eines Brandes 2016 musste die Oberthaler Pfarrkirche geschlossen werden. Nach Sanierungsarbeiten wurde jetzt der erste Gottesdienst gefeiert. Von Evelyn Schneider

Es schien fast so, als würden die Glocken von St. Stephanus an diesem Sonntagmorgen besonders freudig und kräftig läuten. Mussten sie doch fast zwei Jahre schweigen, ehe sie jetzt wieder die Menschen in das Gotteshaus rufen konnten. Und die kamen besonders zahlreich, galt es doch, die Wiedereröffnung der Oberthaler Pfarrkirche zu feiern.


„Es ist wichtig, eine Krise auch als Chance für die Erneuerung zu begreifen – und zwar nicht nur der Steine und Mauern, sondern auch der Gemeinde“, sagte Bischof Stephan Ackermann, der zusammen mit Pfarrer Volker Teklik die feierliche Messe zelebrierte. Genau das haben die Gremien der Pfarrei Oberthal getan, nachdem es im November 2016 in der Kirche gebrannt hatte. Das Feuer, das im Vorraum des Gotteshauses ausgebrochen war, hatten Feuerwehrleute zwar rasch gelöscht. Doch zogen dicke Rauchschwaden durch die Kirche und hinterließen auch in der kleinsten Ritze ihre Spuren.

„Danach hing ein Schild an der Tür des Gotteshauses, worauf stand: ,Die Kirche ist bis auf Weiteres wegen Brandschaden geschlossen’“, erinnerte Thomas Conradi, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Stephanus, an den traurigen Moment zurück, als sie die Kirche auf ungewisse Zeit absperrten. Das sorgte für Unsicherheit bei den Gläubigen. Würden sie die Kirche mit Blick auf die Synode überhaupt wieder besuchen können? Bischof Ackermann, der um die Sorgen der Menschen, dass sich die katholische Kirche aus der Fläche zurückzieht, weiß, sagte während der Messe dazu: „Wenn den Menschen die Kirche wichtig ist, dann bleibt sie offen.“ Oft wüsste man eben erst, was man hat, wenn man es vermisst.



Und den Oberthalern hat ihr Gotteshaus gefehlt. Beim Betreten an diesem Sonntag verharrten viele für einen Moment am Eingang, schauten sich um. Strahlend hell präsentierte sich ihnen St. Stephanus. Die Wände frisch gestrichen, auch die Ornamente an der Decke treten dank der neuen Farbe leuchtend hervor, Statuen und die Bilder des Kreuzwegs wurden gereinigt ebenso die Orgel. Die Arbeiten begannen im Sommer 2017 und dauerten bis zuletzt. „Bei der Elektrik muss noch etwas getan werden“, sagt Werner Rauber vom Pfarrverwaltungsrat St. Stephanus. Das klappte nicht mehr zum Stichtag der Wiedereröffnung. Im Zuge der Renovierungsarbeiten bemerkten die Verantwortlichen Mängel in der Elektrik.

Diese waren in der ersten Kostenschätzung noch nicht einkalkuliert. Zunächst ging die Pfarrei von 513 000 Euro für die Sanierung aus. Klar war zu diesem Zeitpunkt bereits, dass sie einen Teil der Summe selbst aufbringen muss, einen Teil finanziert das Bistum Trier. „Wir hatten den Mut zum Risiko und griffen unsere Rücklagen an“, so Hans-Herbert Mörsdorf vom Pfarrverwaltungsrat St. Stephanus. „Für uns stand außer Frage, dass die Kirche saniert werden muss.“ Alles in allem haben die Arbeiten mehr als 600 000 Euro verschlungen. Die exakte Zahl sowie der genaue Anteil der Pfarrei stehen noch nicht fest.

„Das Werk ist gelungen“, sagte Mörsdorf und dürfte damit den Besuchern in der voll besetzten Kirche aus dem Herzen gesprochen haben. Während der zurückliegenden zwei Jahre habe St. Donatus Gronig den vom Brand Vertriebenen Asyl gewährt. In diesem Umstand sieht der Bischof ein Gewinn, so hätten die Oberthaler die Gelegenheit gehabt, „über den eigenen Kirchturm hinauszuschauen“. Das sei ebenfalls etwas Gutes, das aus der Krise hervorging.

Mehr als eineinhalb Stunden dauerte das – um es mit den Worten Werner Rauber zu sagen – „wunderschöne Pontifikalamt“. Ein Zusammenschluss aus Sängern der Kirchenchöre Oberthal, Güdesweiler und Balterweiler unter der Leitung von Detlef Maldener übernahm die musikalische Gestaltung. Organist der Pfarrkirche ist Michael Czusak. Sein Orgelspiel und die Chormusik habe Bischof Ackermann beim anschließenden Pfarrfest besonders gelobt, wie Werner Rauber berichtet. Lange habe der Bischof noch bei den Gästen des Festes gesessen.

Die Oberthaler haben ihre St. Stephanus-Kirche wieder. Gleich mehrfach äußerten die Verantwortlichen den Wunsch, nun häufiger so viele Menschen wie bei diesem besonderen Festamt im Gotteshaus begrüßen zu können. „Es gibt keinen Grund mehr, nicht in die Kirche zu gehen“, brachte es Ackermann auf den Punkt.

Bischof Stephan Ackermann (Mitte) und Pfarrer Volker Teklik zelebrierten den ersten Gottesdienst nach umfangreichen Renovierungsarbeiten in der Kirche St. Stephanus.
Bischof Stephan Ackermann (Mitte) und Pfarrer Volker Teklik zelebrierten den ersten Gottesdienst nach umfangreichen Renovierungsarbeiten in der Kirche St. Stephanus.