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Ringwallschule hat keine Zukunft

St Wendel/Nonnweiler. Die Eltern haben entschieden: Nur 20 wollten ihre Kinder nach den Sommerferien in die fünfte Klasse der Gemeinschaftsschule Primstal schicken. Das sind deutlich weniger als die Untergrenze von 30. Die Folge: In der Ringwallschule wird nicht mehr eingeschult, sie läuft aus. Volker Fuchs

Einstimmig hatte der Kreistag noch im Januar grünes Licht für die Neuorganisation der Gemeinschaftsschule Nonnweiler gegeben. Sie sollte als Außenstelle der Gemeinschaftsschule Türkismühle weitergeführt werden. Unter der Voraussetzung, dass im kommenden Schuljahr mindestens 30 Kinder für die Fünferklasse angemeldet werden, also zwei Klassen gebildet werden.

Diese Vorgabe der Zweizügigkeit hatte die Schule in den vergangenen Jahren immer erreicht. Im aktuellen Schuljahr besuchen 38 Kinder die beiden Fünfer-Klassen. Die Kommunalpolitiker aus Kreis und Gemeinde Nonnweiler sahen in diesem mit dem Saar-Bildungsministerium erzielen Kompromiss eine gute Chance für die Zukunft der Schule.

Viele Eltern haben dies wohl anders beurteilt. Denn nur 20 haben ihre Kinder für das kommende Schuljahr angemeldet. Das bedeutet das Aus für die Gemeinschaftsschule. Künftig wird hier nicht mehr eingeschult. Die verbleibenden Schüler werden aber weiter in Primstal unterrichtet.

Etwa 50 Viertklässler gibt es zurzeit in der Gemeinde Nonnweiler . Viel weniger als in den vergangenen Jahren haben sich direkt für die Gemeinschaftsschule Türkismühle entschieden, gerade mal fünf. 20 Anmeldungen gab es für Primstal. Die meisten Viertklässler haben sich nach Angaben des Schulamtes des Landkreises an den Schulen in Wadern und Hermeskeil angemeldet.

"Ich bin enttäuscht, dass die Eltern die Chance für Primstal nicht wahrgenommen haben", sagt Landrat Udo Recktenwald (CDU ). "Es gilt jedoch die Wahlfreiheit. Die Eltern haben entschieden." Dabei sei die Hürde mit 30 Neuanmeldungen, die man ausgehandelt habe, niedrig gewesen. Mit nur einer Klasse hätte man die Schule nicht weiterführen können, denn dann sei eine Differenzierung nicht möglich. Vermutlich habe es eine Unsicherheit bei den Eltern gegeben.

Die Ringwallschule in Primstal läuft aus. Die Schüler , die jetzt dort unterrichtet werden, werden dort ihren Abschluss machen können, erklärt Helmut Backes vom Schulamt. Unter der Maßgabe, dass die jetzigen Schüler auch in Primstal bleiben. "Dazu stehen wir", unterstreicht Recktenwald. Die 20 Kinder, die Primstal besuchen wollten, sind laut Backes alle untergebracht, elf gehen nach Türkismühle, neun in andere Schulen, unter anderem nach Wadern und Hermeskeil. Die Diskussion über die Zukunft der Primstaler Ringwallschule zieht sich schon über Jahre. So stand 2011 zu Zeiten der Jamaika-Koalition (CDU /FDP/Grüne) der Erhalt in Frage. Sie sollte wegen zu weniger Schüler nicht in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt werden. 2011 gab es 17 Anmeldungen. Die Umwandlung erfolgte dann doch unter neuer Landesregierung (CDU /SPD ). Parallel stiegen die Anmeldungen, wurden zwei Eingangsklassen gebildet. Im neuen Schulordnungsgesetz ist nach einer Übergangsfrist die Mindestschülerzahl von 220 Schülern in den Stufen 5 bis 9 vorgeschrieben. Diese Zahl erreichte Primstal nicht, zurzeit sind es 166.

Die Folge: Seit Sommer 2014 ist die Schule wieder in der Diskussion. In Gesprächen mit dem Bildungsministerium erreichten Landrat, Bürgermeister und die Kreistagsfraktionen von CDU und SPD einen Kompromiss. Voraussetzung war die Mindestzahl von 30 Anmeldungen. Diesem Vorschlag stimmte der Kreistag im Januar zu. Zudem beschloss der Nonnweiler Rat, die vierten Klassen der Grundschule in Primstal zusammenzufassen, damit Grund- und Ringwallschule enger zusammenarbeiten und die angehenden Fünftklässler eher in Primstal bleiben. Diese Beschlüsse fruchteten letztlich nicht, die Anmeldezahlen blieben deutlich unter den Mindestanforderungen zurück. An den weiterführenden Schulen des Landkreises St. Wendel haben sich 720 Viertklässler angemeldet, 40 mehr als im vergangenen Jahr.