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Fastnach
Die holde Weiblichkeit hatte viel zu Lachen

Ein tolles Finale beendete eine noch tollere Frauenfaasend in Sitzath, bei der sich das Publikum stellenweise vor Lachen krümmte.
Ein tolles Finale beendete eine noch tollere Frauenfaasend in Sitzath, bei der sich das Publikum stellenweise vor Lachen krümmte. FOTO: Erich Brücker
Sitzerath. Tosende Raketen und lauten Beifall der Narrenschar ernteten die vielen Akteure bei der Frauenfaasend in Sitzerath.

Die Katholische Frauengemeinschaft Sitzerath ist im 750-Seelen Hochwaldort ein ganz ordentlicher Aktivposten. Einmal mehr haben die Frauen dies mit ihrer Veranstaltung zur Fastnacht bewiesen, denn sie haben damit ein ganz großes Ausrufezeichen gesetzt. Angefangen hatte die große Karnevalssause der närrischen Frauen mit einem entsprechenden närrischen Gottesdient in der Pfarrkirche, zelebriert von Pastor Josef Leininger, der sich über den regen Zuspruch in seinem Gotteshaus gefreut hatte. Dabei war es ihm egal, ob bunt maskiert oder närrisch gekleidet. „Wir danken unserem Pastor für seine Offenheit, dass er bereit ist, Neues und Ungewöhnliches mitzugehen“, sagte die Vereinsvorsitzende Annerose Schmitt zur Begrüßung. Statt dem üblichen Orgelspiel hatte die Liveband Trio4You den musikalischen Part übernommen. Während der Messe spielte sich ein verbaler Narrenkampf zwischen einem Engel und einem Teufel ab, bei dem es keinen Sieger gab. „Im Leben allerdings sollte der Engel die Oberhand bekommen“, so der fromme Wunsch des Pastors.


Und dann ging es rund in der bis auf den letzten Platz besetzten Benkelberg-Narrhalla, wo ein närrisch buntes Unterhaltungsprogramm mit schwungvollen Tänzen, humorigen Sketchen und witzigen Büttenreden unter der Moderation von Ruth Berg, teils Teufel teils Engel, abgespult wurde. Der Dank des Publikums waren lautstarker Beifall und tosende Raketen, die in die Narrhalla geschickt wurden.

Die Dorf-Emanze sorgte für die ersten Lachsalven, denn so manch spitzzüngigen Narrenpfeil schoss sie treffend und pointenreich auf die Männerwelt ab. „Von wegen starkes Geschlecht, das sind doch wohl die Frauen“, tönte sie lautstark, um letztendlich doch mit versöhnlichen Worten den Geschlechterkampf zu beenden. Viel Talent in der Sitzather Bütt bewies Landrat Udo Recktenwald, der zusammen mit der Frauenbeauftragten Ursula Weiland als Bienchen durch die Halle tänzelte. Von der Biene Maja stets Willy gerufen, wehrte sich dieser energisch, denn er wollte einen Frauennamen haben, weil die weiblichen Bienen in den Bienenstöcken doch wohl das leichtere Leben hätten. Schwangerschaft, Geburt, Junge oder Mädchen, nicht nur bei Menschen gibt es hierbei Überraschungen. Dass auch andere Lebewesen sich vermehren und teilweise schwierige Geburten zu überstehen haben, darüber berichteten Bianca und Christina. Mit einem „Müttenbarsch“ angekündigt, fand dies seine Fortsetzung bei Hartmilde und Gildehard, die ihre liebe Not und Mühe hatten, sich die Reihenfolge der Buchstaben in ihren Worten zu merken. Das führte unweigerlich zu interessanten und unliebsamen Verwechslungen. Ein ganz schwieriger, aber Supervortrag.

Im Kaufrausch bestellte die Strohwitwe bei der Tupperparty gleich zehn Kartoffelstamper, weil sie sehr vielseitig, als Toilettenpapier- oder Küchenrollenhalter nutzbar sind. Gleiches galt für zehn Klobürsten, die sie beim Prowin-Abend sich andrehen ließ. Diese sind neben dem eigentlichen auch für andere Zwecke nutzbar. Spülmaschine und Dusche schrubben oder Hundezähne putzen. Viel Gleit-Gel erwarb sie am Abend bei der Dildofee, um unter anderem die Beine besser rasieren zu können, die Füße einzumassieren oder aber auch um die Haare zu stylen. Die Reisetante hatte für jeden Kunden das passende Urlaubsziel, konnte problemlos die Ansprüche dieser in der ganzen Welt erfüllen, auch für wenig Geld. Vor einem Denkmal, zwei Statuen weder ruhig noch still, spielten sich etliche schöne und weniger schöne Szenen ab.

Singend und tanzend wurde zum Finale erklärt, dass ein Stück Hefe in jeder Frau für Ringe um den Bauch, breitere Hüften und Po sowie engere Hosen sorgt. Das Männerballett zeigte tänzerischen Schwung als Cowboys mit Clubdame Michael(a), derweil zeigten die FS-Frauen, dass sie auch mit dem Fußball umgehen können.